Zehn beste Bildungsblogs 2016

Zehn beste Bildungsblogs 2016
"Zehn beste Bildungsblogs für 2016". Auswahl von Exam Time

Die 10 beliebtesten Posts des Jahres 2015

Die 10 beliebtesten Posts des Jahres 2015
Cambridge University Press ELT

Agilience Einstufung Juli 2016

Agilience Einstufung Juli 2016

26. September 2016

Mehr Migranten als Lehrer

93 Prozent der Schüler des Schwabgut­schulhauses in Bern-Bethlehem haben einen Migrationshintergrund. Die dortige Schulleiterin Ruth Bielmann schaut daher bei Bewerbungsgesprächen neben den gängigen Kompetenzen auch darauf, ob die künftigen Lehrer einen Migrationshintergrund haben. «Mir ist wichtig, dass das Lehrerkollegium durchmischt ist, weil es die Klassen ja auch sind», sagt sie. Was Bielmann schon jetzt tut, sollen auch die anderen Berner Schulleiter machen, dass möchten die zwei SP-Stadträte Fuat Köçer und Halua Pinto de Magalhães mit einem Postulat bewirken.
Künftig sollen Lehrer mit Migrationshintergrund vor der Wandtafel stehen, Bild: Gaetan Bally
Sozialdemokraten wollen mehr Migranten am Lehrerpult, Bund, 26.9. von Sophie Reinhardt

Signal nach Bern

Zehn Jahre ist es her, da sagte das Schweizervolk Ja zum neuen Bildungsartikel, so deutlich und mit so geringer Stimmbeteiligung wie selten. Längst aber sind die Schulzimmer zur politischen Kampfarena geworden; Bildungspolitik polarisiert und mobilisiert. So unbestritten die Harmonisierung im Schulwesen im Allgemeinen ist, so umstritten ist sie im Einzelnen, etwa beim Frühfranzösisch oder beim Lehrplan 21, Ausdruck auch eines diffusen Unbehagens in der Bevölkerung gegenüber Schulreformen.
Bildungspolitik ohne Zwang, NZZ, 26.9., Kommentar von Jörg Krummenacher

25. September 2016

Volksschule muss wieder Sache des Volkes werden

Das Initiativkomitee „Ja zum HarmoS-Ausstieg“ fordert zusammen mit einem beachtlichen Stimmenanteil der Stimmbürger die Regierung und den Erziehungsrat auf, die Kinder ins Zentrum der Schulpolitik zu setzen. Das vom St. Galler Stimmbürger beschlossene Ja zum HarmoS-Verbleib bedeutet keinen Freipass für weitere schädliche Schulreformen.
Medienmitteilung Starke Volksschule St. Gallen, 25.9.

Amsler zieht Kandidatur zurück

Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler (FDP) hat seine Kandidatur für das Präsidium der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) zurückgezogen. Damit steigen noch zwei Kandidaten für die Nachfolge von Christoph Eymann (LDP) ins Rennen.
Schaffhauser Erziehungsdirektor Amsler zieht EDK-Kandidatur zurück, Toponline, 24.9.

Grundsätzlich Mundart an Zuger Kindergärten

Die Zugerinnen und Zuger wollen grundsätzlich Mundart am Kindergarten. Allerdings lehnen sie eine Initiative ab, die in einzelnen Fächern auch an der Primarschule Mundart vorschreiben wollte.
Die Zuger wollen keinen Zwang zur Mundart im Kindergarten, Neue Zuger Zeitung, 25.9.

Schweizweite Signalwirkung des St. Galler Entscheids?

Eine grosse Mehrheit der St.Galler Stimmberechtigten hat sich von der Angstmacherei der Befürworter eines Harmos-Ausstiegs nicht anstecken lassen. Der Kanton bleibt im Konkordat. Das ist richtig so. Der Verbleib ist nichts anderes, als die Weiterführung der bisherigen Politik. Und die hat sich bewährt. Die St.Galler Volksschule funktioniert.
Abfuhr für die Harmos-Gegner, St. Galler Tagblatt, 25.9. Kommentar von Marion Loher

Schlappe für Harmos-Gegner

Im Kanton St. Gallen lehnten die Stimmbürger eine Harmos-Ausstiegs-Initiative klar mit 70 Prozent ab. Die EDK zeigt sich erfreut über den Ausgang der Abstimmung.
Medienmittteilung der EDK vom 25.9.

Frühfranzösisch als ärgerlicher Irrglaube

Im Rahmen eines Programms der Pro Senectute Luzern stand ich in den letzten zwei Schuljahren als Senior im Klassenzimmer und unterrichtete als sprachkundiger Laie vor allem Französisch, zunächst in der sechsten, dann in der fünften Klasse einer jungen Lehrerin. Aufgrund meiner Erfahrungen muss ich sagen: Die Auffassung, dass Frühfranzösisch in der heutzutage dargebotenen Form zu irgendetwas gut sei, ist ein ärgerlicher Irrglaube. Auch die begabteren unter den Kindern haben trotz den bereits absolvierten Schuljahren kaum eine Ahnung von Französisch, geschweige denn erste Kenntnisse. Der passive Wortschatz ist mehr als bescheiden, der aktive tendiert gegen null. Grammatikalisch fehlen selbst einfachste Vorstellungen, und Ausspracheregeln sind unbekannt. Mir ist schon klar, weshalb die Verantwortlichen Studien über konkrete Resultate zuverhindern versuchen. Der Befund wäre vermutlich katastrophal.
Leserbrief NZZaS, 25.9. von Peter Kohler

Früher Fremdsprachenunterricht als romantische Wunschvorstellung

So funktioniert offenbar Sprachenpolitik in der Schweiz: Erziehungspolitiker und allen voran ein Bundesrat verlassen sich – wenn es um die zweite zu erlernende Fremdsprache geht – auf ihr Bauchgefühl, unterstützen ungestützte föderalistisch-patriotische Annahmen, ignorieren kritische Studien undinterpretieren andere so, dass sie ihnen nützen, ignorieren oder diskreditierenunliebsame Gegnerinnen und Gegner und stellen sie im schlimmsten Fall kalt.
Leserbrief NZZaS, 25.9. von Urs Stähli

Fremdsprachenunterricht in homöopathischen Dosen

Als ehemaliger Projektleiter des Französischlehrwerks «Envol» möchte ich zum Artikel nicht schweigen. Ich weiss nicht, wieso sich unsere Politiker darauf versteifen, als wissenschaftlich bewiesen darzustellen, was sich wissenschaftlich nicht beweisen lässt. Von der Vorverlegung des Fremdsprachenunterrichts sind jedenfalls keine Wunder zu erwarten, vor allem dann nicht, wenn die Stundendotationen so mickrig bleiben. Dass Simone Pfenninger nun die gleichenProbleme beim Frühenglisch feststellt, die mir schon vom Frühfranzösischbekannt waren, überrascht mich wenig. Man kann nicht zu einem nennenswerten Ziel gelangen, wenn man sich darauf beschränkt, den Fremdsprachenunterricht in homöopathischen Dosen zu verabreichen.
Leserbrief NZZaS, 25.9. von Jakob Wüest

Wissenschaft unterwirft sich politischem Diktat

Der Streit um das Frühfranzösisch ist symptomatisch für das Verhältnis von Bildungspolitik und Bildungsforschung hierzulande. Auf der einen Seite beschränkt sich das Interesse der EDK seit Jahren darauf, von der Wissenschaft Zustimmung für die eigenen Reformprojekte zu erhalten. Kritische Stimmen werden totgeschwiegen, jadiffamiert. Gleichzeitig wird überschätzt, was eine einzelne Studie über die komplexe Wirklichkeit in Schule und Unterricht auszusagen vermag. Die Bemerkung des EDK-Präsidenten, wonach es im Bildungsbereich derzeit «zu viele Studien» gebe, ist angesichts des Forschungsbedarfs im schweizerischen Bildungswesen schlicht unverständlich.
Leserbrief, NZZaS, 25.9. von Walter Herzog

Schade um die Zeit und das Geld

Meine 35-jährige Praxiserfahrung als Sekundarlehrer bestätigen dieForschungsresultate von Simone Pfenninger. 2006 fand an meiner Schule eine Qualifikation durch die Schulaufsicht statt. Die Profis besuchten die Französischlektion einer 1.-Sek.-Klasse und staunten über die Kommunikationsfähigkeiten der Schüler. Ein PH-Vertreter sagte zu mir: «Das ist sicher so wegen des Frühfranzösisch.» Ich antwortete: «Nein, nicht wegen, sondern trotz Frühfranzösisch.» Diese Feststellung gilt auch für Frühenglisch, denn die Primarlehrerinnen sind unzureichend ausgebildet. Wenn eine Lehrperson nicht fähig ist, eine Lektion zu 99 Prozent in der Fremdsprache zu halten, gibt es kaum einen Lerneffekt und keine Erweiterung des aktiven und passiven Wortschatzes. Schade um die Zeit und um das Geld.
Leserbrief, NZZaS, 25.9. von Roland Popert

Politisches Prestige

Der Bericht zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, um was es allein geht: das politische Prestige. Die Bildungsbürokraten um Bundesrat Berset und die Erziehungsdirektorenkonferenz wollen, dass Französisch und Englisch im Lehrplan der Primarschule stehen. Ob die Schüler dabei tatsächlich auch etwas lernen, ist völlig unerheblich. Dementsprechend werden sowohl Erfahrungen aus der Praxiswie auch wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit dieser doch wohl nichtunwichtigen Frage beschäftigen, in den Wind geschlagen, wobei man vor derDiffamierung der Autoren nicht zurückschreckt. Die bildungspolitische Ideologie triumphiert über die schulische Realität.
Leserbrief, NZZaS, 25.9. von Helmut Meyer

Lehrplan und Fremdsprachen demokratisch zur Diskussion stellen

Was sind wir für ein «Forschungsplatz» geworden, wo nur noch eine einzige, von der EDK vorpräparierte Meinung zu Schulfragen zugelassen wird. Wo Lehrer mundtot gemacht werden, wenn sie ihre Schüler nicht als Versuchskaninchen für fragwürdige und nicht evaluierte Lehrplan-Experimente hergeben wollen. Wo Eltern, die für ihre Kinder eine lebenstaugliche Schulbildung fordern, gemäss EDK-Präsident Eymann nichts zum Lehrplan zu sagen haben. Wo nurMainstream-Pädagogen einen Lehrstuhl kriegen und wo die Linguistin Simone Pfenninger,die sich traut, ihre fundierten Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zupräsentieren, aus dem Land gegrault wird. Was ist nur aus unserem hohen Bildungs- und Forschungsniveau geworden! Holen wir es zurück, und lassen wir uns nicht davon abhalten, auf demokratischem Weg den Lehrplan 21 und die Fremdsprachenfrage zur Diskussion zu stellen!
Leserbrief, NZZaS, 25.9. von Marianne Wüthrich

Die Kinder verlieren

Es verschlägt einem fast die Sprache. So sieht es also aus hinter den Kulissen der Erziehungsdirektorenkonferenz und der Bildungslobby! Feine Damen und Herren, die mit den Methoden Druck und Einschüchterung den Frühfremdsprachenunterrichtohne Rücksicht auf Verluste durchboxen wollen. Verlieren dürften bei dieser unsinnigen Situation vor allem die Kinder. Absurd: In erster Linie geht es doch um das Wohl der Schüler, aber ausgerechnet von denen ist meist nur am Rande oder gar nicht die Rede. Interessenpolitik, Macht und Geld haben das Sagen. Für das Stimmvolk dürfte jetzt klar sein: Zwei Fremdsprachen an der Primarschule sind ein totaler Unsinn, und dieser arroganten EDK-Runde muss unbedingt die Stirn geboten werden.
Leserbrief, NZZaS, 25.9. von Oskar Meier

Westliche Bequemlichkeit vs. asiatische Lernbereitschaft

Mit der westlichen Lernbereitschaft ist es nicht weit her: fernöstliche Lektionen für überzeugte Eurozentriker.
Alle wissen, was sie der Familie und der Gemeinschaft schulden, Bild: Toru Hanai
Ansprüche? Pflichten! NZZ, 24.9. von Urs Schoettli

Anne-Catherine Lyon zieht Gesuch um Amtszeitverlängerung zurück

Der Sesselkleber-Konflikt bei der Waadtländer SP ist gelöst: Dievielkritisierte Bildungsdirektorin Anne-Catherine Lyon tritt ab, Gesundheitsminister Pierre-Yves Maillard bleibt im Rennen. Wer wird Lyon beerben?
Anne-Catherine Lyon wirft das Handtuch, NZZ, 24.9. von Andrea Kucera

24. September 2016

"Nur die Ostschweiz hat sich für Englisch entschieden"

Auch der Berner Erziehungschef Bernhard Pulver ist gegen eine Bundesintervention bei den Fremdsprachen. Im Interview nimmt er Position fürs Französisch ein und sagt, nur die Ostschweiz habe sich für Englisch als erste Fremdsprache entschieden.
"Dann hätten wir eine verletzte Romandie", Bund, 22.9. von Liliane Manzanedo

Aargauer Regierung wehrt sich für Kantonshoheit in Bildungsfragen

Der Aargauer Regierungsrat lehnt die geplante Intervention des Bundes im Sprachenstreit ab. Der Bund solle die Bildungshoheit der Kantone achten. Ein offensiver Eingriff des Bundes in die Sprachendebatte sei «wenig zielführend» und könne zu «Unsicherheit und Unruhe» führen.
Aargauer Regierung will kein Gesetz zum Fremdsprachen-Unterricht, SRF Regional, 23.9.

Lohnklage der Bündner Kindergärtnerinnen steht bevor

Wie das Bündner Tagblatt in seiner neusten Ausgabe berichtet, will der Verband nun definitiv eine Diskriminierungsklage beim Bündner Verwaltungsgericht einreichen. Die Forderung: Ein gerechter Kindergartenlohn.
LEGR will die Kindergärtnerinnen im Kampf um einen gerechten Lohn unterstützen, Bild: Olivia Item
Kindergärtnerinnen gehen auf die Barrikaden, Südostschweiz, 23.9.

Dauerthema Hausaufgaben

Vor gut zwei Jahrzehnten hat der Kanton Schwyz die Hausaufgaben abgeschafft. Einfach so, aber nicht grundlos: Es gibt Bildungsforscher, die herausgefunden haben wollen, dass Hausaufgaben nichts bringen, mindestens bei den jüngeren Schülern. «Schüler und Lehrer werden damit nur schikaniert», kritisiert Remo Largo, der bekannte Arzt, Professor und Anwalt der Kinder. Der Schwyzer Entscheid fand dennoch keine Nachahmer. Er wurde nach Protesten von Lehrern und Eltern rasch wieder aufgehoben.
Und ewig nerven die Hausaufgaben, NZZ, 23.9. von Walter Bernet

Zwei Primarfremdsprachen um jeden Preis

Der Gastkommentatorin geht es vor allem um eines: Ja nicht auf die zwei Primarfremdsprachen verzichten. Damit kann das unselige Weiterwursteln und Evaluieren zu Lasten der Eltern und zum Vorteil der sogenannten "Wissenschaft"  munter weitergehen. Die vorgebrachten Argumente blenden eines aus: Ungeachtet des Umfeldes, der Methoden, der Lehrmittel und des nationalen Kontexts: Es gibt trotz jahrelangen, intensiven, internationalen Forschungen noch keine Daten, welche zeigen, dass ein früher Start längerfristige Vorteile nach sich zieht. Aber es gibt, und das bleibt unerwähnt, eine stetig wachsende Zahl von Untersuchungen, welche die Resultate des frühen schulischen Fremdsprachenlernens als enttäuschend oder gar schädlich bezeichnen. Das Vorgehen der EDK und der blinde Ausführungs-Gehorsam seitens der PH ist deshalb hochgradig verantwortungslos. 
Die beschönigenden Studien, welche zitiert werden, warten ja wirklich mit Bahnbrechendem auf: Wir wären beispielsweise nie darauf gekommen, dass trotz gleicher Unterrichtszeit der Lernerfolg bei verschiedenen Klassen unterschiedlich ist. Ich überlasse es dem Leser, bzw. der Leserin, sich selbst ein Urteil über diesen Text zu machen. (uk)
Was zählt, ist die Qualität des Unterrichts, NZZ, 23.9. von Bettina Imgrund

23. September 2016

Kostspieliger pädagogischer Irrweg

Seit gut zwei Jahren erleben wir eine erbitterte Debatte über den Fremdsprachenunterricht in der Primarschule. Der Zusammenhalt der Schweiz scheint auf dem Spiel zu stehen. Beim Frühfranzösisch hat die politische Auseinandersetzung zu einem regionalpolitischen Taktieren geführt; beim Frühenglisch geht die Angst um, in einer globalisierten Welt nicht mehr mithalten zu können. Es ist eine Auseinandersetzung unter Bildungspolitikern, Lehrern und Eltern. Und diese tun so, als ob Kinder beliebig lern- und anpassungsfähig wären. Sind sie aber nicht. Die Sache ist aus linguistischer Sicht wesentlich komplizierter.
Frühenglisch - ein schulischer Leerlauf, St. Galler Tagblatt, 23.9. von Mario Andreotti

22. September 2016

"Harmonisierung nicht gescheitert"

Die Berner Regierung erachtet eine Intervention des Bundes im Sprachenstreit zum heutigen Zeitpunkt als «nicht verhältnismässig». Er lehnt die von Bundesrat vorgeschlagene Änderung des Sprachengesetzes deshalb ab. Von einem Scheitern der Harmonisierung könne keine Rede sein.
Berner Regierung ist gegen ein Machtwort des Bundes in der Sprachenfrage, Bild: Keystone
Kanton Bern lehnt Änderungen des Sprachengesetzes ab, Berner Zeitung, 22.9.

Kein Abbau bei Geschichte und Geografie

Im Kanton Baselland wird es dank der Volksabstimmung keine Sammelfächer wie z.B. Geschichte und Geografie als "Räume, Zeiten, Gesellschaften" geben. Der damit eingeplante Lektionsabbau von 4 auf 3 Wochenlektionen ist deshalb rückgängig zu machen, fordert Roger von Wartburg vom kantonalen Lehrerverein lvb.
History is not bunk! Nor is Geography. Der LVB fordert eine Anpassung der Stundentafel Sek I, LVB inform 1617-01