22. Februar 2018

Verlängerung der Lehrerausbildung ist falsch

Warum eine teure institutionelle Aufstockung der Lehrerausbildung nicht sinnvoll ist, und was die bessere Lösung wäre.
Nicht der richtige Weg, Tages Anzeiger, 21.2. von Raphaela Birrer

21. Februar 2018

Bundesgericht stützt Schaffhauser Regierung

Die langgedienten Schaffhauser Kindergärtnerinnen haben vor dem Obergericht nicht glaubhaft machen können, dass ihre Löhne diskriminierend sind. Zu diesem Schluss ist das Bundesgericht bei einer öffentlichen Beratung gelangt. Der Fall geht nun zurück ans Obergericht.
Rückschlag für Schaffhauser Kindergärtnerinnen, Tages Anzeiger, 21.2.

alv fordert pädagogisch vertretbare Umsetzung des Lehrplans 21

Eine Resolution des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband wurde am Dienstag der Aargauer Regierung übergeben – der Verband verlangt eine pädagogisch vertretbare Einführung des Lehrplans.
Übergabe der Resolution mit 5001 Unterschriften, Bild: Alex Spichale
Bitte nachbessern - das verlangt der Lehrerverband vom Lehrplan 21, Aargauer Zeitung, 21.2. von Jörg Meier

Viele Gründe für den Einsatz von Tablets

Keine Bildschirme mehr in der Primarschule: Diese Forderung wurde vor ein paar Tagen aufbaz.ch/Newsnet gemacht. Es war eine Reaktion auf den Wirtschaftsverband Economiesuisse, der glaubt, dass dank Computern und Tablets im Bildungsbereich eine grosse Revolution bevorstehe. Dem Autor war dies ein Gräuel, weil die Digitalisierung ohnehin bald jeden Lebensbereich erfasse und die Kinder den Umgang mit Tablets und Computern auch so lernten. Ausserdem sei der Nutzen von digitalen Lehrmitteln zweifelhaft und die Digitalisierung an sich eine Bedrohung. Vereinsamung! Social-Media-Stress! Optimierungswahn!
Schüler an die Schirme! Tages Anzeiger, 21.2. von Philippe Zweifel

Hochbegabte leiden

Hochbegabte Kinder können alles: Das ist ein Klischee. Tatsache ist: Werden sie nicht gefördert, können einige gar zu schlechten Schülern werden. Im Kanton will man dies nicht überall wahrhaben. Ein Interview mit der Begabtenförderin Verena Hofer.
Das Schulsystem benachteiligt Hochbegabte - mit teils happigen Folgen, Solothurner Zeitung, 21.2. von Lucien Flury

20. Februar 2018

Französisch und Englisch zählen nicht mehr beim Übertritt an die Sekundarstufe

Der Französischunterricht an den Thurgauer Primarschulen wird auf das kommende Schuljahr hin verbessert: Eine Lektion pro Woche muss in Halbklassen unterrichtet werden, und mit «dis donc!» kommt ein neues Lehrmittel zum Einsatz. Dispensationen werden vereinfacht.
Thurgauer Regierung verbessert Frühfranzösisch, Top Online, 20.2.

19. Februar 2018

Aargauer Eingaben zum neuen Lehrplan

Grundsätzliches, Nebensächliches und Kurioses: Über 400 Eingaben wurden bei der Anhörung zum neuen Aargauer Lehrplan für die Volksschule eingereicht. Nachfolgend eine kleine Auswahl von Rückmeldungen und Anregungen, die nicht immer die «grossen» Themen betreffen und ab und zu auch etwas aus dem Rahmen fallen.
Für eine bessere Schule: SVP möchte nicht auf Schnürlischrift verzichten, Aargauer Zeitung, 19.2. von Jörg Meier

"Lehrplan setzt den Verfassungsauftrag um"

Es war ein stürmisches Jahrzehnt für die Volksschule: Schulleitungen wurden eingesetzt, Horte und Mittagstische eröffnet, Kleinklassen geschlossen, der Kindergarten in die Schule integriert, und letztes Jahr kam es zum zweiten Mal zu einem erbitterten Kampf um den Fremdsprachenunterricht. Nun werden die Zürcher Stimmberechtigten am 4. März erneut an die Urnen gerufen.
Diese Initiative ist schädlich und unnötig, Tages Anzeiger, 19.2. von Daniel Schneebeli
Kommentare Tages Anzeiger

Zuger Regierung gegen Wahlfach Französisch

Beim Sprachunterricht bestehe Handlungsbedarf, so die Zuger Regierung. Denn eine entsprechende Studie kam 2016 zum Schluss, dass die Schüler im Kanton Zug zwar besser Französisch können als ihre Kollegen in der restlichen Zentralschweiz aber trotzdem unter den Anforderungen liegen. Die Bildungsdirektoren-Konferenz Zentralschweiz (BKZ), die die Erhebung in Auftrag gab, hatte sich danach mit möglichen Verbesserungen des Unterrichts befasst. Die Ergebnisse sollen nun auch im Kanton Zug in den Unterricht einfliessen, wie die Regierung in der Antwort einer Interpellation der Oberägerer Kantonsräte Peter Letter (FDP) und Laura Dittli (CVP) sowie der Hünenberger Beat Unternährer (FDP) schreibt.
Die Regierung hält dabei fest, dass mit dem künftigen Lehrplan 21 das Niveau im Französisch sehr hoch gesetzt ist – im Gegensatz zum Englisch. Zudem haben die Schüler zwei Jahre weniger Französisch als Englisch – im Kanton Zug wird seit dem Sommer 2005 Englisch ab der dritten Klasse unterrichtet und Französisch ab der 5. Klasse. «Zwischen den Zielen und der verfügbaren Zeit besteht eine Diskrepanz», so die Regierung. Diese soll voraussichtlich aber 2020 schweizweit überprüft werden.
Motivieren fürs Französisch, Luzerner Zeitung, 19.2. von Zoe Gwerder

Passepartout ist vergebliche Liebesmüh

Die Kontroverse hat sich im Moment etwas gelegt. Die Frage nämlich, mit welcher Zweitsprache unsere Kinder beginnen sollen: mit Englisch oder mit Französisch. Ich sage, halb im Ernst, halb im Scherz: French first, l’Anglais ensuite. So ist es in den beiden Basel, und das ist gut so. Französisch ist für uns eine Landessprache, Mesdames et Messieurs. Eine andere Kontroverse tobt dafür mit unverminderter Heftigkeit. Es stellt sich hier die Frage nach adäquaten Lehrmitteln für diesen Frühbereich. Diesbezüglich sieht es für Französisch düster aus. Aufgrund eigener Anschauung, Leserbriefen, Kommentaren und Landratsvoten stelle ich fest: Das Konzept Passepartout ist das schlechteste Lehrmittel für Französisch. Das ist nun nicht «tant de bruit pour une omelette», sondern ein deplorabler Zustand, den es zu beseitigen gilt. Et voilà.
Das Konzept Passepartout ist schlecht, Basler Zeitung, 19.2. von Thomas Schweizer

18. Februar 2018

Antwort des LCH zur Konsultation Lehrplan 21 2013

Der LCH vertritt mit seinen 33 Mitgliedsorganisationen (MO LCH) ca. 50'000 Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen.

Gegner und Befürworter des Lehrplans 21 im Gespräch

Er bringe Kinder und Lehrpersonen an den Anschlag, kritisiert Schulleiter Harry Huwyler den neuen Lehrplan. Primarlehrerin Marion Heidelberger findet ihn dagegen sehr gelungen. Ein Streitgespräch.
Lehrplan 21: Kompliziert und überladen oder nötig und sinnvoll? Limmattaler Zeitung, 18.2. von Heinz Zürcher

Schleiss will D-EDK abschaffen

Das Amt als Präsident einer kantonalen Ministerkonferenz begreift mancher Regierungsrat als willkommene Gelegenheit, sich auf nationalem Polit-Parkett zu zeigen. Nicht so Stephan Schleiss, der seit 2017 der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz vorsteht. Der Zuger SVP-Bildungsdirektor macht sich kurzerhand dran, sein Gremium abzuschaffen.
Schleiss: Keine Notwendigkeit mehr für sprachregionales Gremium, Bild: mbe.

17. Februar 2018

Punkto Digitalisierung auf dem richtigen Weg

Thomas Merz glaubt, dass die Schweizer Schulen im Umgang mit der Digitalisierung mittlerweile auf dem richtigen Weg sind. Der Medienpädagoge sagt aber auch, dass sie auf diesem Weg noch ganz am Anfang stehen.
Digitalisierung an Schweizer Schulen schreitet voran, Luzerner Zeitung, 16.2. von Dominic Wirth

Wie funktioniert die digitale Überwachung der Schüler?

Ab Sommer 2018 wird das neue Fach «Medien und Informatik» an allen Zürcher Primarschulen unterrichtet. Viele der 5.-Klässler werden ein eigenes Tablet erhalten, das sie auch zuhause benützen dürfen.
Wie viel Überwachung in Zürcher Schulzimmern darf sein? SRF Regional, 16.2.

16. Februar 2018

Lehrplan 21 sorgt für Stoffabbau

Anzeiger Affoltern, 13.2.

Pichards Kampf für gute Bildung

Tweedsakko, Hemd, Lesebrille. Alain Pichard ist unschwer als Lehrer zu erkennen, auch in diesem ungewohnten Umfeld: Es ist Projektwoche, die Oberstufen­klassen von Orpund BE schmeissen für ein paar Tage den Hotel- und Bistrobetrieb der Lago Lodge am Bielersee. Schüler hinter der Bar, Schüler in der Küche, Schüler bei der Zimmerreinigung.
Pichard macht nicht nur seine Zöglinge fürs Berufsleben fit. Seit geraumer Zeit hält er auch die kantonalen Bildungsdirektoren auf Trab. Er ist eine Galionsfigur, gewissermassen der Thomas Minder der Lehrplankritiker: Er hat jenen Kampf angezettelt, der heute in fast allen Deutschschweizer Kantonen ausgefochten wird. Auf der Strasse. In den Ratssälen. An der Urne: Die Stimm­berechtigten in den Kantonen Zürich und Bern entscheiden Anfang März über Initiativen, die ein Volksveto für Lehrpläne fordern. In Graubünden steht ebenfalls eine Abstimmung bevor. Andernorts hat das Volk bereits entschieden, doch das Thema brodelt weiter. Und alles wegen ihm.
Alain Pichard schwärmt von Jean-Marie Condorcet, Bild: Oliver Oettli
Der Kämpfer legt eine Pause ein, Berner Zeitung, 14.2. von Christoph Aebischer

Motion für Schweizerdeutsch an französischsprachigen Berner Schulen

Auszug aus dem Motionstext:
In der Tat beschliessen zu viele französischsprachige Jugendliche im Kanton Bern nach ihrer Schulzeit und Ausbildung, in einem Westschweizer Kanton zu arbeiten und/oder sich dort niederzulassen, da die Sprache ein zu grosses Hindernis darstellt. Für unseren Kanton, dem seine französischsprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürger wichtig sind und der auf seine Zweisprachigkeit stolz ist, ist dies bedauernswert. Dies umso mehr, da sich der Kanton Bern als Brückenkanton zwischen diesen beiden Sprachregionen versteht. Somit ist es notwendig, zu handeln und alle Massnahmen in die Wege zu leiten, die dazu dienen könnten, den Zusammenhalt zwischen diesen beiden Sprachkulturen zu stärken und die Lebensqualität der französischsprachigen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verbessern.
Schweizerdeutsch-Unterricht an den französischsprachigen Schulen, Motion von Samantha Dunning (SP), Kanton Bern, 24.1.

Keinen Rappen mehr für Passepartout

Der Baselbieter Landrat sagte Ja zur Initiative, die den Ausstieg des Landkantons aus dem Fremdsprachenprojekt Passepartout fordert. Landrat Jürg Wiedemann will nun mit einem Vorstoss erreichen, dass kein Rappen mehr ins Projekt investiert wird.
Passepartout: Initianten wollen keinen Rappen mehr in umstrittenes Fremdsprachenprojekt stecken, Basellandschaftliche Zeitung, 16.2. von Leif Simonsen

Viel zu wenige Urner Schüler erreichen Lernziele im Französisch

Umsetzung des Lehrplans 21, Privatschulen, Homeschooling, Schulleitungen, mangelnde Qualität des Französischunterrichts: Der Urner Erziehungsrat will 2018 schwierige Aufgaben lösen.
Erziehungsrat hat grosse Ziele, Luzerner Zeitung, 16.2. von Bruno Arnold

Passepartout hat noch Rückhalt in Basel-Stadt

Das Baselbiet bereitet den Ausstieg aus dem Fremdsprachenprojekt Passepartout vor und zieht damit einen Schlussstrich unter die unerfreuliche Geschichte des Fremdsprachen-Unterrichts. Vor allem die Französisch-Lehrmittel stiessen bei Lehrpersonen und Eltern auf Unverständnis und Ablehnung.

In der Stadt Basel sehen die Pädagogen das Projekt etwas toleranter. Zwar kritisierten 67 Prozent in einer von der Kantonalen Schulkonferenz erhobenen Umfrage das Hörverstehen. Und 57 Prozent stellen beim freien Sprechen eine Verschlechterung fest. Doch grundsätzlich steht man hinter dem Projekt. «Es gibt diverse Verbesserungsempfehlungen unsererseits, aber die Zustimmung zur Mehrsprachendidaktik war in Basel-Stadt über 80 Prozent», sagt Gaby Hintermann, Präsidentin Kantonale Schulkonferenz.
Baselbieter Passepartout-Ausstieg stoppt Fahrplan der Städter nicht, Basler Zeitung, 15.2. von Franziska Laur

Frust

In gehässigem Ton geisselt Manfred Messmerden Landratsentscheid zum Ausstieg aus dem gescheiterten Passepartout-Projekt. Bar aller Argumente lädt er den ganzen Frust über einen vor Jahrzehnten genossenen Französischunterricht ab, während ihm das heutige Leiden ganzer Schülergenerationen egal zu sein scheint.
Messmers Frust-Kolumne, Basler Zeitung, 15.2. Leserbrief von Felix Schmutz

15. Februar 2018

Primarschule sollte bildschirmfrei sein

Es ist ein Elend mit der Schule. Auch im 21. Jahrhundert setzt sie auf Bücher, Stift und Papier, ja auf Wandtafel und Kreide. Dabei ist die Zukunft, natürlich, digital. Wie sollen die Kinder morgen vermittelbar sein, wenn sie sich heute mit Zirkel und Schönschrift plagen müssen? Wie den Anforderungen der Wirtschaft genügen, wenn sie ihr Deutsch wie weiland Schiller und Goethe aus Büchern lernen?
Ja, jetzt herunterfahren, Tages Anzeiger, 15.2. von David Hesse

Mit Berufsmatur prüfungsfrei an PH?

Die Forderung ist nicht neu. Aber nun kommt sie aus gewichtiger Quelle: Die Bildungskommission (BiK) des bernischen Grossen Rates verlangt, dass auch Berufsleute mit einer Berufsmatur prüfungsfrei an der Pädagogischen Hochschule (PH) Bern studieren können. Das ist bisher nur mit einer gymnasialen Matur möglich.
Die PH Bern möchte einerseits Berufsmaturanden, andererseits sollen diese aber keine Nachteile im schweizerischen Wettbewerb erleiden, Bild: Christian Strübin
Mit Berufsmatur prüfungsfrei an die Pädagogische Hochschule? SRF Regional, 13.2.

Grobe Fehlinformation in der Berner Zeitung

In einem Beitrag informiert die Berner Zeitung über die anstehende Berner Abstimmung zur Mitsprache bei Lehrplänen. Dabei kommt man auch auf die entsprechende Abstimmung im Kanton Zürich zu sprechen. Doch der Beitrag enthält eine grobe Fehlinformation:

8. Gibt es auch andernorts Bemühungen, den Lehrplan 21 zu verhindern?
Der Kanton Zürich stimmt wie Bern am 4. März über eine ähn­liche Initiative ab. Diese würde aber nicht rückwirkend gelten.

Natürlich gilt auch die Zürcher Initiative rückwirkend. Die Übergangsbestimmung im Initiativtext lautet: 
"Lehrpläne, welche nach Einreichung der Volksinitiative beschlossen wurden, bedürfen der Genehmigung durch den Kantonsrat. Der Kantonsratsbeschluss, mit dem der Lehrplan genehmigt wird, unterliegt dem fakultativen Referendum."

Die Zürcher Initiative wurde im Mai 2015 eingereicht.