29. April 2017

Lehrplan 21: Verflechtung von Wissen und Kompetenz

Nein, ich bin nicht grundsätzlich gegen einen "kompetenzorientierten" Unterricht, der im Rahmen des neuen Lehrplans 21 eingeführt werden soll. Im Gegenteil: Ich bin Befürworter der Verflechtung von Wissen und Kompetenz, weil - richtig umgesetzt - das die Unterrichtsform wäre, die das Lernen für den Schüler greifbar und sinnerfüllt macht und somit am ehesten Lernfreude (und folglich Lernerfolg) bedeuten würde.
soaktuell, 28.4. Leserbrief von André Wyss

Thurgau vor wegweisendem Entscheid

In einem Punkt sind sich die meisten einig: Irgendetwas muss sich ändern. Der Französischunterricht auf der Primarstufe ist für die Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer unbefriedigend. Sie sind frustriert. Aus diesem Grund lancierten einige Kantonsräte vor drei Jahren eine Motion zur Abschaffung des Französischunterrichts in der Primarschule. Urs Schrepfer und seine Kollegen waren selber etwas überrascht, dass der Grosse Rat ihnen folgte.
Mit oder ohne Frühfranzösisch wird es schwierig, Thurgauer Zeitung, 29.4. von David Angst

Ombudsstelle für Schulen

Heute enden Schulkonflikte des Öfteren vor Gericht. Im Kanton Zürich klagten kürzlich Eltern eines 6.-Klässlers gegen die Benotung eines Aufsatzes. Der Schüler hatte durch die schlechte Note 2 die Aufnahme ans Langzeitgymnasium verpasst. Zu viel für die Eltern, die ihren Sohn unbedingt an der Mittelschule sehen wollten. Letztlich gab das Gericht ihnen teilweise Recht: Der Aufsatz muss nun neu bewertet werden.
Zoff mit Eltern: Lehrer wollen Ombudsstelle für Schulen, Aargauer Zeitung, 29.4. von Yannick Nock

28. April 2017

Kanti-Rektorin fürchtet Niveausenkung mit Passepartout

In einem Zeitungsinterview äussert sich die Rektorin der Kantonsschule Olten, Sibylle Wyss, zu Passepartout und den damit verbundenen Lehrmitteln. Frau Wyss unterrichtete Französisch und Englisch.
Madame Kanti ist stets auf Zack, Neue Oltner Zeitung, 26.4. von David Annaheim (Auszug). Das ganze Interview kann hier gelesen werden

Elterninformation Kanton Schwyz

Die untenstehende Folie ist Teil einer Präsentation, die Schwyer Eltern zum Lehrplan 21 gezeigt wird. Abgesehen davon, dass diese Aufzählung lückenhaft ist, weist die Folie auch offensichtliche Fehlinformationen auf. Ist dies ein Zeichen von Arroganz oder schlicht Ignoranz? Wer sich mit der Thematik befasst, sollte differenzierter argumentieren können. (uk)
Link zur Präsentation 

Wenn plötzlich alle Lehrer kündigen

Es hätte so schön sein können. Das kleine Schulhaus Brühlberg in Winterthur war lange Jahre ein Vorzeigeprojekt. Team-Teaching, altersdurchmischter Unterricht, forschendes Lernen: All das wünschen sich Eltern für ihre Kinder. Ein ein­geschworenes Lehrerteam teilte sich bis vor drei Jahren die Führungsauf­gaben. Es wusste, worauf es bei dieser besonderen Schule ankommt. Doch nun kam der Massenexodus: Vor einem Monat kündigten alle acht Klassenlehrpersonen. Die Verunsicherung bei den rund 80 Kindern und ihren Eltern ist gross. Wie es nach den Sommerferien weitergehen wird, ist unklar, Informationen sind auf Anfang Mai versprochen.
Einst Vorzeigeprojekt, heute Krisenherd: die Schule Brühlberg in Winterthur, Bild: Anne Seeger
Brühlberg Winterthur: Wenn plätzlich alle Lehrer kündigen, Beobachter, 28.4. von Susanne Loacker

Motion gegen religiöse Indoktrination

In Kanton St.Gallen gebe es eine grosse Anzahl an Privatschulen, «die zum Teil religiös-fundamentalistischen Kreisen nahestehen», heisst es in einer Motion, die Max Lemmenmeier (SP) zusammen mit Thomas Rüegg (FDP) und Erwin Böhi (SVP) in der Aprilsession eingereicht hat. Es bestehe die Gefahr, dass in diesen Privatschulen Heranwachsende gezielt indoktriniert würden. Die Privatschulen unterstünden zwar der staatlichen Aufsicht und bräuchten eine Bewilligung des Erziehungsrats. Im Volksschulgesetz fehlten aber klare inhaltliche Vorgaben für den Unterricht. Diese Lücke gelte es «mit Blick auf einen weltanschaulich neutralen Unterricht zu schliessen».
Am Wiler Sitz der Piusbrüderschaft befindet sich auch eine Privatschule, Bild: Ralph Ribi
Kantonsräte fordern schärfere Vorgaben für religiöse Privatschulen, St. Galler Tagblatt, 27.4. 

27. April 2017

Kippt der Thurgau doch noch?

Urs Schrepfer gehört zu den sechs Thurgauer Kantonsräten, die 2013 eine Motion zur Abschaffung des Französischunterrichts an der Primarschule eingereicht hatten. Nächste Woche befasst sich der Grosse Rat nochmals mit dem Geschäft. Dem SVP-Kantonsrat aus Busswil kommt dabei als Kommissionspräsident eine entscheidende Rolle zu.
Eine Chance für das Frühfranzösisch, Thurgauer Zeitung, 26.4. von Thomas Wunderlin

Fremdsprachen: Wirtschaft und Politik uneins

Am 21. Mai kommt die Fremdspracheninitiative zur Abstimmung. Sie verlangt, dass in der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichtet wird. Welche Sprache die Primarschüler lernen sollen, lässt die Initiative allerdings offen. Die Entscheidung zwischen Französisch und Englisch birgt Zündstoff. Das zeigt sich, wenn man sich unter den KMU in der Region Winterthur umhört.
Regionale KMU drängen auf mehr Englisch in der Schule, Landbote, 27.4. von Christian Felix

Kompetenzorientierung ist Erfolgsfaktor in Berufswelt

Die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften ist einer der zentralen Standortfaktoren einer Wirtschaftsregion. Deshalb steht der Vorstand der Solothurner Handelskammer mehrheitlich hinter der Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Solothurn und empfiehlt die Volksinitiative «Ja zu einer guten Volksschule ohne Lehrplan 21» mit 14 zu 4 Stimmen bei 5 Enthaltungen zur Ablehnung.
Solothurner Handelskammer für Lehrplan 21, soaktuell, 26.4. 

"Der Lehrer macht das dann schon"

Die Bedenken die Herr Müller zum Lehrplan 21 hat sind die selben die mich beschäftigen. Wenn ich mir vorstelle dass 9, 10 jährige oder auch ältere Kinder die noch wenig Ahnung vom Leben haben "selbstverantwortliche Projekte" selbständig ausarbeiten sollen wird mir schwindlig. Wer motiviert wenn 2 od. 3 Projekte in die Hosen gehen? Da fallen dann noch mehr zwischen Stuhl und Bank. Die Guten werden besser und die andern haben halt Pech gehabt!!! Herr Müller hat recht wenn er fragt, wer übt, übt und übt mit ihnen? Was auch nicht unwichtig ist, das sind zukünftige Lehrlinge und wie geht es dort weiter? Wer sich mit der Situationen im Lehrbetrieb auskennt weiss dass seit längerem immer mehr Schüler mit immer dünnerem schulischem Rucksack entlassen werden. Daran sind auch viele Eltern nicht unschuldig weil oft die Meinung vorherrscht "der Lehrer macht das dann schon".  Tatsache ist aber Kinder brauchen ihre "ganze Umgebung" da sollte sich niemand ausschleichen. Nur, den ganzen Lehrplan umkrempeln, dazu auch noch die Sekundarschulreform, ich glaube da haben sich einige Leute "überlüpft" und unsere Kinder und Enkel sind die die die Suppe auslöffeln müssen. Stoppen wir wenigstens eine Sache und stimmen wir ja zur Initiative gegen den Lehrplan 21. 
Grenchner Tagblatt, 25.4. Leserbrief von Blanchette Knuchel-Schwab 

26. April 2017

Nur eine Primarfremdsprache ergäbe Scherbenhaufen

Als der Thurgau letztes Jahr ankündigte, den Französischunterricht auf die Sekundarstufe zu verschieben, hagelte es Proteste. Seine Regierung lasse den Sprachenstreit eskalieren, hiess es beidseits des Röstigrabens ziemlich unisono. Die Übung wurde vertagt, der neue Lehrplan lässt vorläufig alles beim Alten, die Sprachenfrage ist auf den Marsch durch die parlamentarischen Instanzen verwiesen worden.
Früher bleibt besser, NZZ, 26.4. Kommentar von Walter Bernet

Deplatzierte Kinder in der Volksschule

Wie kommt es, dass unsere Superpädagogen an der Volksschule einen zwölfjährigen Schweizerdeutsch sprechenden Buben in eine Ausländerklasse von meist Achtjährigen stecken und meinen, in der Fremdsprachenklasse, wo alles, nur nicht Mundart gesprochen werde, sei er gut aufgehoben? Wie kommt es, dass der Schulrat – das strategische Aufsichtsorgan der Volksschule – sich in dieser Sache als beratungsresistent gegen den entsprechenden Regierungsratsentscheid zeigt, der diese offensichtliche Deplatzierung bemängelt hatte?
Volksschule entschwindet in ihrem eigenen Universum, Basler Zeitung, 26.4. Kommentar von Daniel Wahl

25. April 2017

Hausaufgaben sind mehr als ein pädagogisches Ritual

Alle hatten sie, kaum jemand mochte sie: die Hausaufgaben. Bis heute sind sie eines der emotionalsten Themen in der Volksschule. Der bekannte Kinderarzt und Buchautor Remo Largo befand schon vor Jahren, sie hätten keinen Nutzen, schikanierten Lehrer und Kinder – und sollten daher abgeschafft werden. Im letzten Herbst brachte der Deutschschweizer Schulleiterverband diese bildungspolitisch brisante Forderung erneut auf. Als Begründung wurde angeführt: Hausaufgaben führten oft zu Streit innerhalb der Familien. Zudem könnten sich Schüler, deren Eltern arbeiteten oder aus bildungsfernen Schichten stammten, zu Hause an niemanden wenden und seien so in ihrer Entwicklung gefährdet. Die Diskussion über Sinn und Unsinn von Hausaufgaben kochte in den Medien schnell auf, kühlte aber auch rasch wieder ab. Die zentralen Fragen sind geblieben: Welche Wirkung haben «Ufzgi» wirklich, und wie könnte das Hausaufgabenmodell der Zukunft aussehen?
Ohne "Ufzgi" nach Hause, NZZ, 25.4. von Marc Tribelhorn

St. Gallen will an zwei Primarfremdsprachen festhalten

Der St. Galler Kantonsrat will am Konzept mit Englisch ab der 3. und Französisch ab der 5. Primarklasse festhalten. Für Schüler und Lehrer wurde am Dienstag im Parlament ein vermehrter Austausch zwischen den Sprachregionen gefordert.
Kantonsrat hält an zwei Fremdsprachen in der Primarschule fest, sda, 25.4.

Zuger Lehrer erhalten weiterhin Lohn-Stufenanstiege

Lehrer in Zuger Gemeinden sollen auch in Zukunft grundsätzlich jährlich mehr Geld bekommen. Die Regierung will an diesem System festhalten. Acht Kantonsräte fordern, dass solche Automatismen abgeschafft werden.
Automatische Lohnerhöhungen für Zuger Lehrer sollen bleiben, SRF Regional, 25.4.

Stadt St. Gallen muss sich im Notenstreit fügen

Ausgangslage: Die Stadt St. Gallen fährt einen Sonderzug: Im vergangenen Sommer standen in den Zeugnissen der Zweitklässler erstmals nur noch ganze Noten. Die Stadt wollte dieses System schrittweise auch in der Mittel- und Oberstufe einführen.
Halbe Noten im Schulzeugnis bleiben, SRF Regional, 25.4.

24. April 2017

Baselbieter Privatschulen wappnen sich für Abstimmungskampf

Die Baselbieter Privatschulen wappnen sich für den Abstimmungskampf. Im Herbst werden die Baselbieter Stimmberechtigten entscheiden müssen, ob Eltern, die ihre Kinder in eine Privatschule schicken, pro Kind weiterhin einen jährlichen Unterstützungsbeitrag von 2500 Franken erhalten sollen. Die Mehrheit der Landräte haben sich für die Streichung entschieden, doch hat eine Minderheit durchgesetzt, dass das Volk das letzte Wort hat. Gemäss der Vorlage sollen künftig nur noch wenige einen Unterstützungsbeitrag erhalten. Die vom Landrat verabschiedete Härteklausel will die Regierung so handhaben, dass Familien, die Kinder in eine Privatschule schicken, dann Anrecht auf einen Unterstützungsbeitrag von maximal 2500 Franken pro Kind und Jahr haben, wenn sie auch Anrecht auf ein Stipendium für eine Berufsbildung hätten.
Ein Herz für Kinder, denen die Staatsschule nicht gerecht wird, Basler Zeitung, 24.4. von Thomas Dähler

23. April 2017

"Sprachkultur und Mehrsprachigkeit aufs Spiel gesetzt"

Die oberste welsche Bildungsministerin Monika Maire-Hefti befürchtet, dass die Deutschschweizer bei einem Referendum gegen Frühfranzösisch stimmen würden.
Die Neuenburger SP-Regierungsrätin Maire-Hefti (verheiratet mit SP-Nationalrat Jacques-André Maire) in ihrem Büro. Bild: Goran Basic
Frühfranzösisch: "Abstimmung könnte verheerende Folgen haben", NZZaS, 23.4. von René Donzé

Die unbeugsamen Thurgauer

Der Weg nach Sirnach führt an grünen Hügeln vorbei durchs Murgtal im Hinterthurgau. Dort hinten im Dorf steht Urs Schrepfer in seinem Büro neben dem Sekundarschulhaus. Mit seiner Hornbrille und dem akkurat frisierten Haar wirkt er gar nicht wie ein Polterer.
Doch das, was er sagt, bringt Politiker in der ganzen Schweiz in Wallung: «Unsere Primarschüler sollen nur noch Englisch lernen.» Er sagt es mit einem Lächeln, aber mit verschränkten Armen vor der Brust. Für Schrepfer, Schulpräsident, Schulleiter, Sekundarschullehrer und SVP-Kantonsrat in Personalunion, ist diese Forderung nicht verhandelbar.
Berset will die Deutschschweiz zum Primarfranzösisch zwingen, Bild: Ian David Marsden
Frühfranzösisch: Die unbeugsamen Thurgauer, NZZaS, 23.4. von Anja Burri

"Harmonisierte Ostschweiz der Vernunft"

Der Verein «Starke Volksschule St. Gallen» kritisiert die Regierung, sie habe in ihrem Monitoring zur Bildungsstruktur wichtige Langzeitstudien nicht einmal erwähnt. Diese Studien würden laut dem Verein zeigen, dass Schüler ab etwa 10 Jahren besser Fremdsprachen lernen als jüngere. 10-Jährige hätten die Sprachstrukturen in ihrer Muttersprache bereits erworben und könnten dies auf die Fremdsprachen übertragen. Daher solle das Erlernen einer zweiten Fremdsprache auf die Oberstufe verlagert werden, fordert der Verein. Ob das nun Englisch oder Französisch sei, sei letztlich zweitrangig. Zudem solle sich der Kanton St. Gallen mit Thurgau und Innerrhoden zu einer «harmonisierten Ostschweiz der Vernunft zusammenschliessen».
"Nur eine Fremdsprache", St. Galler Tagblatt, 21.4.

Ideenpool Abbaupläne Schulen Emmen

Sie klingen wie Kampfansagen, die Sätze, die auf einem internen Papier des Lehrerinnen- und Lehrervereins Emmen stehen. Von einer Rebellionswoche ist die Rede – fünf Tage lang sollen die Lehrer nur zu Stundenplanzeiten von 8.05 bis 15.05 Uhr präsent sein. Weiter steht in dem Schreiben mit der Überschrift «Ideenpool Abbaupläne Schulen Emmen», dass Elterngespräche «nur noch während Bürozeiten» zu führen seien, bei Krankheit kein Ersatzlehrer mehr organisiert werden soll und auf Weiterbildungen zu verzichten sei. Auch sollen keine Praktikanten mehr aufgenommen werden.
Lehrer drohen mit massivem Leistungsabbau, Luzerner Zeitung, 23.4. von Christian Hodel

Kompetenzorientierung ist Gegenteil von humanistischer Bildung

Der Psychologe Weinert konstruierte 1998 für die OECD eine „Kompetenzorientierung“, die nun mit dem Lehrplan 21 daherkommt und unser humanistisches Bildungssystem an die Wand fährt. Pisa zeigt klar auf, dass Länder, die das traditionelle Bildungssystem hochhalten - wie die asiatischen - auf den Spitzenplätzen landen, während Länder, die die Kompetenzorientierung eingeführt haben – wie  GB, Neuseeland, Finnland usw. -, seither immer weiter abstürzen. Zahlreiche kompetenzorientierte Experimente wie der „selbstgesteuerte“ Wochenplan usw. lassen auch die Schweiz seit Pisa 2012 in allen Fächern abstürzen: 20% der Schulabgänger sind kaum vermittelbare funktionale Analphabeten.
LP21-OECD-Kompetenzorientierung verdrängt unsere humanistische Bildung, Peter Aebersold, 23.4.

Schwierige Kinder: Lehrerweiterbildung statt Ritalin

Aufmerksamkeitsdefizit-HyperaktivitätsStörungen (ADHS) erhalten aktuell in Gesellschaft und Politik viel Aufmerksamkeit. Diese Störungen sind verbreitet und beeinträchtigen nicht nur das Lernen, die Leistungen und die Schulkarriere der Kinder. Als Jugendliche und junge Erwachsene kommt es bei vielen Betroffenen zu einer erhöhten Neigung zu Suchtmittelkonsum und Gewalt. Entsprechend können diese Verhaltensstörungen den Eintritt in die Berufstätigkeit erschweren. Nicht zuletzt belasten sie Lehrpersonen im Unterricht. Manchmal werden klinische Diagnosen vorschnell gestellt und die störenden Symptome medikamentös behandelt. Das kann für die Betroffenen und ihren späteren Lebenslauf unabsehbare Konsequenzen haben. Längst nicht in allen Fällen braucht es eine medikamentöse Ritalin-Behandlung. Es gibt pädagogische Massnahmen, um Kinder mit einer Neigung zu ADHS in der Schule zu fördern. 
Pädagogische Lösungen für Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit, Schweiz am Wochenende, 22.4. von Markus Neuenschwander

Wo bleibt der Film im Lehrplan 21?

Wissen Sie noch, welche Bücher Sie in der Schule gelesen haben? Wahrscheinlich schon. Auch ehemalige Gymi-Schüler können Jahre später noch aufsagen, welches Literaturwissen von ihnen an der Maturprüfung verlangt wurde. Bei mir war es «Das Buch Franza» von Ingeborg Bachmann im Deutschunterricht, und «Death of a Salesman» von Arthur Miller in der Englischstunde. Filme hingegen fristen im Klassenzimmer ein Schattendasein. Ich erinnere mich höchstens noch an «Die zehn Gebote» (1956) im Religionsunterricht mit Waffen-Fanatiker Charlton Heston als Moses. Und im Französisch-Unterricht gab es zur Belohnung nach dem Buch die Filmversion von «Au revoir les enfants» (1987). Viel mehr war da nicht. Wo bleibt die Diskussion um das Unterrichtsmittel «Film» im Lehrplan 21? 
Auch im Schulzimmer sollte es heissen: Film ab, Schweiz am Wochenende, 22.4., von Benjamin Weinmann