21. September 2017

Knaben sind anspruchsvoll

Mädchen sind dem gängigen Sprachunterricht deutlich mehr zugetan. Kann unser Schulsystem nicht alle befähigen?
Vernachlässigte Knaben, NZZ, 21.9. von Natalie Avanzino

Mehrsprachigkeit der Schweiz als leere Hülse

Unser Land streitet leidenschaftlich gern über seine Sprachen. Schliesslich geht es um den nationalen Zusammenhalt. Doch bei genauerem Hinsehen erweist sich ebendieses vielbemühte Argument als ziemlich leere Hülse.
Mythos mehrsprachige Schweiz, NZZ, 21.9. von Robin Schwarzenbach

Lieber Haar- als Sprachpflege

Für Sprachpflege bleibt kaum mehr Musse. Dabei würde es sich lohnen, in der Flut an Geschriebenem wieder mehr Sorgfalt anzumahnen – aber auch vermehrt Diskurse über sprachliche Entwicklungen anzustossen. 
Innehalten im Tempodiktat, NZZ; 21.9. von Urs Bühler

20. September 2017

Keine Geschlechterdiskrimination bei Kindergärtnerinnen-Löhnen

Eine geschlechterdiskriminierende Ungleichbehandlung liegt nicht vor
Es gibt keine Anhaltspunkte für eine Schlechterstellung von Kindergärtnerinnen gegenüber anderen Berufsgruppen. Dies hat das höchste Gericht festgestellt und damit einen vorläufigen Schlusspunkt unter einen langjährigen Streit gesetzt.
Es bleibt beim tieferen Lohn für Kindergärtnerinnen, NZZ, 20.9. von Barblina Töndury

Dauerbrenner Fremdsprachen

Der Fremdsprachenunterricht ist erst seit der Jahrtausendwende ein Zankapfel
Am Wochenende wird wieder einmal über den Fremdsprachenunterricht abgestimmt, diesmal im Kanton Luzern. Ein Ende des Deutschschweizer Dauerstreits um Frühfranzösisch und Frühenglisch ist jedoch nicht in Sicht.
Die grosse Schweizer Disharmonie, NZZ, 20.9. von Christophe Büchi 

Cramer will an umstrittenen Checks festhalten

Der Basler Erziehungsdirektor stellt sich gegen die von den Lehrerinnen und Lehrern geforderte Abschaffung.

Cramer hält an den Schul-Checks fest, Basler Zeitung, 20.9. von Thomas Dähler

Bundesgericht weist Lohnklage von Kindergärtnerinnen ab

Eine Kindergärtnerin erhält monatlich über 1000 Franken weniger Lohn als eine Primarlehrerin. Diese Praxis wird nun vom Bundesgericht gestützt.
Gleiche Ausbildung, weniger Lohn, Tages Anzeiger, 19.9. von Corsin Zander

Wie sinnvoll ist die Grundstufen-Ausbildung?

Wenn eine Zürcher Kindergärtnerin bis anhin voll gearbeitet hat, bekam sie nur 87 Prozent eines vollen Lohnes. Da liegt der Verdacht nah, dass hier die Löhne in einem Frauenberuf absichtlich tief gehalten, dass Kindergärtnerinnen wegen ihres Geschlechts ­diskriminiert wurden. Umso mehr, als die Primarlehrerinnen und -lehrer in einer höheren Lohnklasse bei vollem Pensum auch einen ganzen Lohn bekommen.
Der Job wird nicht attraktiver, Tages Anzeiger, 19.9. von Daniel Schneebeli

La débâcle de l'école

In seinem Editorial zur jüngsten Ausgabe des lvb inform schreibt Roger von Wartburg über ein französisches Buch, das die Bildungsmisere vorausgesagt hat.
La débâcle de l'école - 10 Jahre danach. lvb inform, September 2017, von Roger von Wartburg

19. September 2017

Unterschiedliche Handhabung von Kleidervorschriften

Nicht alle Modetrends passen ins Klassenzimmer. Die Schule Merenschwand hat deshalb Regeln aufgestellt. Andere Schulen verzichten darauf, weil sich Vorschriften kaum durchsetzen lassen.
Diese Kleiderregeln gelten an Aargauer Schulen, Aargauer Zeitung, 19.9. von Noemi Lea Landolt

Fluchen wie Bürstenbinder

Schüler verwenden heute Kraftausdrücke, die früher absolut tabu waren. Die Lehrer klagen über «Sprachverwilderung».

So derb fluchen Achtjährige heute, 20 Minuten, 18.9.
"Es gibt Modetrends wie etwa'huere schwul'", 20 Minuten, 18.9.

17. September 2017

Kleiderverbote als juristisches Minenfeld

Eine Solothurner Schule hat Kleidervorschriften erlassen. Mit Verboten bewegen sich Schulen in der rechtlichen Grauzone. Trotzdem können die Vorschriften Sinn machen, sagen Schulleiter.

Mehr Klassen für Sonderschüler

Der Kanton Bern reagiert auf den Mangel an Plätzen in heilpädagogischen Sonderschulen und schafft neue Klassen. Bei den Schulen spricht man schon von einer Entspannung der Situation.

Kanton schafft Platz für Sonderschüler, Berner Zeitung, 17.9. von Marius Aschwanden

Arsenbelastete Tierpräparate

Jedes Kind kennt die toten Tiere. Auf dem Korpus hinten im Biologiezimmer klebt ein präparierter Buntspecht an einem Stück Holz, erstarrt in seiner Klopfbewegung. Im Schrank harren Eichhörnchen und Fuchs regungslos der Dinge. Und zuoberst auf dem Bücherregal thront ein Turmfalke mit aufgespannten Flügeln. Er starrt mit seinen kleinen, schwarzen Glas­augen wie ein Wächter auf die Schulklasse ­herab. Einzig der Staub auf seinen Federn verrät, dass er erstarrt und nicht gefährlich ist. So dachte man zumindest.
Jedes Präparat wird auf Arsen geprüft, Bild: NZZ
Vorsicht, giftige Tiere! NZZaS, 17.9. von Christine Brand

Heilige Kuh Bildung

Traditionellerweise gibt es in der Schweizer Politik wohl keine Kuh, die so heilig ist wie die Bildung – vergleichbar sind fast nur Armee, Landwirtschaft und Verkehr. Es gehört darum auch ganz selbstverständlich zum Mantra von Bildungslobby und Bildungsindustrie (zu der auch ich gehöre), sich für Bildungsoffensiven sowie für Gratisbildung auszusprechen. Sich nicht politisch korrekt zu äussern, ist heikel. Ich mache es trotzdem.
Die allerheiligste Kuh in der Schweiz ist die Bildung, NZZaS, 17.9. von Peter V. Kunz

16. September 2017

Zuerst mit Lehrer reden

Luis weint nicht mehr jeden Abend vor dem Einschlafen, doch wohl ist ihm noch immer nicht in der Klasse. Laura verweigert den Mittagstisch, die Eltern wissen nicht recht, wieso. Und Anna hat plötzlich wahnsinnig Angst vor Prüfungen. Wie diesen drei Kindern geht es vielen anderen. Auch wenn sie vor einem Monat das neue Schuljahr begonnen haben – an etliches haben sie sich noch immer nicht gewöhnt. Für die Kinder und ihre Eltern ist diese Anfangszeit oft mit Aufregung verbunden. Sie sind verunsichert und gestresst.
"Oft benötigen Schüler ganz einfach Zeit", Tages Anzeiger Mamablog, 14.9. von Gabriela Braun

Kampf gegen Rentenkürzungen

Der Lehrerverein Baselland macht klar, dass er sich auf einen Arbeitskampf einstellt, sollte der Landrat die Renten des Staatspersonals noch stärker kürzen wollen, als dies die Regierung vorschlägt. Bis dahin weibeln alle Personalverbände gemeinsam für eine eigene Variante.
Baselbieter Lehrer wehren sich gegen Rentenkürzung, Basellandschaftliche Zeitung, 14.9. von Michael Nittnaus

Millionenteurer Irrweg

Ich gehöre zu der Generation, die es noch als selbstverständlich anschaut, dass es Sache unserer geschätzten Volksschullehrer ist, den Kindern das richtige Lernen beizubringen. Als Grossmutter von sechs Enkeln zwischen dreizehn und vier Jahren mache ich mir grosse Sorgen um die Schulbildung der nächsten Generation. Die kleinen Knöpfe sollen sich zum Teil «selbstständig» vor dem Computer ihr Wissen aneignen und Vorträge zusammen «googeln», von denen sie bei genauerem Nachfragen rein gar nichts verstanden haben. Wenn ich höre, dass das Auswendiglernen des «ganzen» Einmaleins als unnötiger Drill bezeichnet wird, und sehe, dass die Kinder Texte mit Unmengen von Fehlern schreiben, ohne dass es vom Lehrer korrigiert wird, dann wundert es mich nicht, dass als (Not)-Lösung solche Artikel in der Zeitung zu lesen sind. Aber ich bin dankbar, dass wir nächsten Frühling im Kanton Bern die Möglichkeit haben, über diesen, mit Millionen von Steuerfranken finanzierten, Irrweg in unserer Bildungspolitik abzustimmen. Ich hoffe, dass viele Mitbürgerinnen und Mitbürger aufstehen und unsere Kinder nicht länger als Versuchskaninchen für Experimente missbrauchen lassen, die in anderen Ländern längst gescheitert sind.
Volksschule wohin? Jungfrau Zeitung, 14.9. Leserbrief von Marlise Zürcher

14. September 2017

Fremdspracheninitiative spaltet Lehrerschaft

Die Abstimmung über die Luzerner Fremdspracheninitiative spaltet die Lehrerschaft. Zwei Lehrerinnen äussern sich kontradiktorisch.
Sind zwei Fremdsprachen in der Primarschule zu viel? Luzerner Zeitung, 13.9.

13. September 2017

Weiterbildung nur in den Ferien

Lehrer sollen ihre Weiterbildung in den Ferien machen. Die Schule soll deswegen nicht mehr ausfallen. Das gilt im Aargau seit dem neuen Schuljahr. Doch nicht alle Schulen halten sich daran.
Schulfrei wegen Lehrer-Weiterbildung: Auch Windisch lenkt ein, SRF Regional, 11.9.

12. September 2017

Digitalisierung der Bildung - Segen oder Fluch?

Seit einigen Monaten wird viel über die Digitalisierung unserer Schulen geschrieben. Im Beobachter vom 20. August konnte man lesen, dass es nun endlich höchste Zeit sei für die digitale Revolution an unseren Schulen. Das Lernen werde so leichter und lustiger. In Zürich werden ganze Schulhäuser digital aufgerüstet. Millionen werden in die Anschaffung von teuren Geräten gesteckt. Auch im Kanton Graubünden ist das Thema aktuell. Beispielsweise planen zehn Gemeinden im Engadin, die Modellregion des Kantons im Bereich der Ausbildung von Informatik- und Medienkompetenzen zu werden.
Digitalisierung der Bildung - Segen oder Fluch? Südostschweiz, 11.9. Leserbrief von Elisabeth Calcagnini

11. September 2017

Ein Chefchef

Die Schulgemeinde Bischofszell erhält als erste im Thurgau einen «Leiter Pädagogik». Mit dieser Funktion erreicht die Entwicklung der Schule eine neue Stufe. Der neue Oberschulleiter ist der Chef aller Schulleiter und steht somit zwei Stufen über dem Lehrer.
Ein Chefchef für die Lehrer, St. Galler Tagblatt, 9.9. von David Angst
Lesen Sie auch: Ein Unikum im Thurgau, St. Galler Tagblatt, 5.9. von Werner Lenzin

10. September 2017

Frühfranzösisch - zwei Standpunkte

Im Mai 2006 sagten die Zugerinnen und Zuger Ja zu zwei Fremdsprachen in der Primarschule, indem sie eine Initiative, die eine Beschränkung auf eine Fremdsprache forderte, mit knapp 58 % Nein-Stimmen ablehnten. Mehr als zehn Jahre später wird die Frage von Kantonsrat Jürg Messmer wieder aufgegriffen. Er spricht sich für Englisch als einzige Fremdsprache in der Primarschule aus und hat dazu einen parlamentarischen Vorstoss eingereicht. Kantonsrat Peter Letter hat ebenfalls einen Vorstoss zur Fremdsprachenfrage eingereicht, ihm geht es aber darum, bei zwei Fremdsprachen in der Primarschule zu bleiben.

Latein als Wahlfach

Eine Einzelinitiative fordert Latein als Wahlfach an Zürcher Schulen. Damit das vulgus weiss, wenn es gemeint ist.
Raus aus der "ungebildeten Masse", Tages Anzeiger, 6.9.

9. September 2017

Emotionale Diskussion um Fremdsprachen-Initiative

Bis jetzt gilt im Kanton Luzern das 3/5-Modell: Englisch wird ab der dritten, Französisch ab der fünften Klasse unterrichtet. Die Initianten wollen das 3/7-Modell: Die zweite Fremdsprache käme erst ab der Oberstufe hinzu. Am Podium vom Mittwoch in den Räumlichkeiten unserer Zeitung fühlte Moderator Alexander von Däniken, Ressortleiter Kanton der «Luzerner Zeitung», Befürwortern und Gegnern auf den Zahn.

Podium zur Fremdspracheninitiative sorgt für emotionale Diskussion, Luzerner Zeitung, 6.9. von Urs-Ueli Schorno

Die Kontroverse um den Fremdsprachenunterricht in der Primarschule in voller Länge. Für die Initiative argumentierten Annamarie Bürkli, Präsidentin des Luzerner Lehrerinnen- und Lehrerverbands, und Bernhard Steiner, SVP-Kantonsrat und Kinderarzt. Als Gegner traten auf: Bildungsdirektor Reto Wyss sowie Nationalrätin Andrea Gmür (beide CVP). Moderiert wurde die Diskussion von Alexander von Däniken, Leiter des Ressorts Kanton der Luzerner Zeitung