21. November 2017

Bern baut für Lehrplan Lektionenzahl aus

Die Lektionenzahl an der Volksschule wird im nächsten Jahr definitiv erhöht. Ein FDP-Vorstoss, der das verhindern wollte, war im Grossen Rat chancenlos.

Keine Reduktion der Schul-Lektionen, Berner Zeitung, 21.11.

Neues Französisch-Lehrmittel für Luzern

"dis donc!" heisst das neue obligatorische Französischlehrmittel, das "envol" ablöst. Es wird auf das Schuljahr 2018/19 in den 5. Klassen eingeführt. Die Einführung in den folgenden Schuljahren geschieht rollend. In der Sekundarschule ist die Einführung zusammen mit dem Lehrplan 21 auf das Schuljahr 2019/20 möglich. Der Wechsel auf "dis donc!" 7 ist in der Sekundarschule ab 2020/21 obligatorisch.
Quelle: Dienststelle Volksschulbildung Luzern, 21.11.

Alternative Mathematik

Eine bitterböse Satire aus den USA zum Zustand der Schule. Wie weit sind wir in der Schweiz schon und wer schützt uns vor einer ähnlichen Entwicklung? Gibt es Parallelen? Ich bin gespannt auf Ihre Beobachtungen.

Alternative Math, Kurzfilm, englisch. Dauer: 9.06 von Ideaman, 19.9.

Rote Fahnen in Bern

Hundert Jahre nach der Oktoberrevolution wehen im Kanton Bern derzeit rote Fahnen. Mit dem Bolschewismus hat das aber nichts zu tun. Ab Montag wollen bernische Lehrerinnen und Lehrer mit dem Aushängen von roten Tüchern an Schulgebäuden auf die Sparmassnahmen des Kantons im Bereich der Bildung aufmerksam machen.
Bildungsgewerkschaft sieht rot, Bund, 20.11. von Calum MacKenzie

20. November 2017

Oslo, Abu Dhabi, Basel oder doch Sion?

Vor sieben Jahren wurden wir Stadträte wegen des Umbaus unseres Stadtratssaals für ein Jahr in der Turnhalle des Neumarktschulhauses untergebracht. Während einer kühlen Februarsitzung fiel plötzlich die Heizung aus. Wir sassen in Mänteln und Mützen in unseren Stühlen und froren jämmerlich. Die Rettung kam in der Person von Fatlind, einem ehemaligen Schüler, der in der Bieler Firma Franconi eine Lehre als Sanitär- und Heizungsinstallateur machte. Natürlich erkannte er mich sofort und lachte: «Herr Pichard, keine Sorge, das regeln wir schon.» In der Schule konnte er einem den letzten Nerv ausreissen, jetzt war er für mich ein Engel.
Oslo, Abu Dhabi, Basel oder doch Sion? Bieler Tagblatt, 20.11. von Alain Pichard

Buben haben Angst, als Streber zu gelten

Zuletzt fand ein alter Trend neue Beachtung: Seit Mitte der 1990er-Jahre tut sich eine Schere bei der Maturaquote auf. Mädchen haben die Buben regelrecht abgehängt. Über die Ursachen debattieren Lehrer, Politiker und Bildungsforscher seit Jahren. Doch ein Aspekt ging bislang unter – dabei trifft er besonders in der Schweiz zu.
Die grosse Angst der Buben, Nordwestschweiz, 20.11. von Yannick Nock

Werden Aargauer Privatschüler bei Gymi-Aufnahme benachteiligt?

Der Übertritt an die Mittelschule ist für Privatschüler nur nach bestandener Aufnahmeprüfung möglich. Schüler von öffentlichen Bezirksschulen können mit dem verlangten Notenschnitt hingegen prüfungsfrei in die Mittelschule eintreten. Nun wehrt sich eine Privatschule.
"Diskriminierend": Aargauer Privatschüler müssen zur Aufnahmeprüfung - Bezschüler nicht, Aargauer Zeitung, 20.11. von Jörg Meier

Cramer verharmlost

Die Aussagen von RegierungsratConraden Cramer zur Integrativen Schule, zu den verfügbaren Ressourcen und den sogenannten "verstärkten Massnahmen" haben mit der Realität in den Klassenzimmern kaum etwas zu tun. Tatsächlich führt das ohne Augenmass durchgezwängte Konzept dazu, dass sowohl sehr schwache als auch sehr leistungsstarke Schüler zu wenig gefördert werden können. Unter vier oder sechs Augen sind eine grosse Zahl Lehrkräfte sofort bereit, diesen pädagogischen Missstand mit unzähligen Beispielen zu belegen. Auch die von oben erzeugte Unruhe in den Klassen wird immer noch nicht kritisch hinterfragt. Warum diese Erkenntnisse bisher noch nicht bis ins Erziehungsdepartement und zu den Leisetretern bei der Schulsynode vorgedrungen sind, wäre eine eigene Recherche wert.
Basler Zeitung, 20.11. Online-Kommentar von Roland Stark

"Das Konzept der integrativen Schule hat breiten Rückhalt"

Im Interview sieht der Basler Bildungsdirektor Conradin Cramer keinen unmittelbaren Handlungsbedarf an der Basler Volksschule.
"Wir hören diese Kritik nicht zum ersten Mal", Basler Zeitung, 20.11. von Nina Jecker und Franziska Laur

19. November 2017

Der bildungspolitische Sündenfall unserer Epoche

Die Referate der Frankfurter Inkompetenz-Konferenz von vergangenem Juli sind hier aufgezeichnet.

Folgende Referenten sind unter diesem Link zu hören: 

  • Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin, Goethe-Universität Frankfurt
  • Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, Philosophie, Universität Wien
  • Prof. Dr. Andreas Gruschka, Erziehungswissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
  • Prof. Dr. Stefan Kühl, Soziologie, Universität Bielefeld
  • Mathias Brodkorb, Finanzminister Mecklenburg-Vorpommern
  • Prof. Dr. Hans Peter Klein, Biowissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt
  • Prof. Dr. Bernhard Kempen, Rechtswissenschaft, Universität zu Köln, Präsident des deutschen Hochschulverbandes
  • Prof. Dr. Hans Jürgen Bandelt, Mathematik, Universität Hamburg



Programmieren so wichtig wie Lesen und Schreiben

Zwei ETH-Professoren aus Zürich und Lausanne sorgen dafür, dass unsere Kinder endlich lernen, wie man Computer programmiert.
So wird das Programmieren zur fünften Landessprache, NZZaS, 19.11. von Patrick Aebischer

18. November 2017

"Wir wissen nicht, was in 20 Jahren gefragt ist"

Um Algorithmen zu verstehen, brauche es nicht zwingend einen PC, sagt Regierungsrat Bernhard Pulver.
"Nun holen uns diese Themen ein", Bund, 18.11. von Andres Marti

Eine Vollkasko-Gesellschaft hat keine Zukunft

Darf man noch Schulreisen durchführen? Oder ist das zu gefährlich? Die Frage stellt sich, nachdem zwei Aargauer Lehrern der Prozess gemacht worden ist, weil auf einem Ausflug im Fricktal ein 12-jähriger Schüler tödlich verunfallt war. Der Bub hatte sich von der Gruppe entfernt und stürzte eine Böschung herunter. Die Lehrer wurden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Das sorgte unter Pädagogen für Verunsicherung. Denn ein Unfall wie jener im Fricktal kann nie ausgeschlossen werden, wenn man etwas unternimmt – auch nicht bei perfekter Vorbereitung und Durchführung. Mancher Lehrer, manche Lehrerin fragt sich: Kann ich mit meiner Klasse das Schulzimmer überhaupt noch verlassen, wenn ich vermeiden möchte, am Ende vor Gericht oder gar im Gefängnis zu landen? Dass die beiden Aargauer Lehrer am Donnerstag erstinstanzlich freigesprochen wurden, weil sie die Sorgfaltspflicht nicht verletzt hatten, wird die Bedenken kaum zerstreuen.
Eine Vollkasko-Gesellschaft hat keine Zukunft, Schweiz am Wochenende, 18.11.

Ablehnung ohne Gegenvorschlag für Luzerner Bildungsqualitäts-Initiative

Das Diktat der «Luzerner Allianz für Lebensqualität» ist deutlich: Alle Lehrer im Kanton haben die erforderlichen Diplome, Gemeinden und Kanton stellen für die Bildung genügend Mittel zur Verfügung, der Unterricht auf Sek-Stufe II ist für alle Schüler gratis und verfügt über die ganze Palette, die Volksschule ist kommunal und die Sek-Stufe II regional verankert. So will es die Allianz, der unter anderem Gewerkschaften, Lehrerverbände, SP und Grüne angehören. Sie hat die entsprechende Volksinitiative am 14. November 2016 mit 6062 Unterschriften eingereicht.
Der Kampf um Bildungsqualität im Kanton Luzern ist lanciert, Luzerner Zeitung, 17.11. von Alexander von Däniken

Eltern sorgen dafür, dass Kinder höher eingestuft werden

Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm sucht die Gründe für die vielen Baselbieter Sek-P-Schüler bei deren Eltern.
Hohe Sek-P-Schülerzahlen im Baselbiet: "Eltern haben den grössten Einfluss", Basellandschaftliche Zeitung, 17.11. von Samuel Hufschmid

Pestalozzi und die digitale Revolution

Johann Heinrich Pestalozzi hatte im 18. Jahrhundert das Ziel, den Menschen selbständiger und mündiger zu machen, um dadurch auch die Demokratie und die Unabhängigkeit des Landes zu stärken. Er gründete dafür zahlreiche Institutionen, in denen das Lesen und das Schreiben unterrichtet wurden. Als Folge davon stieg die Alphabetisierungsrate in der Schweiz rasch an. Die Lese- und Schreibkompetenzen bereiteten die Schweiz ideal auf die erste industrielle Revolution vor, welche bald darauf folgen sollte. Zu dieser Zeit verschwanden viele Berufe, und es entstanden neue. Das Handwerk etwa zog in die Fabriken ein, wo die Nachfrage nach Buchhaltung, Administration und weiteren Dienstleistungen wuchs – alles Gebiete, bei denen die neuen Kompetenzen unentbehrlich waren.
Pestalozzi und die digitale Revolution, NZZ, 17.11. Gastkommentar von Martin Vetterli

Digitale Aufrüstung stellt auch Zürich vor Herausforderungen

Die Digitalisierung hält dank dem Lehrplan 21 nun definitiv auch in der Volksschule Einzug. Medien und Informatik heisst das Fach, das im kommenden Schuljahr eingeführt wird. Im Kanton Zürich steht es ab der fünften Klasse auf dem Stundenplan. Die meisten Kinder, von denen viele Smartphone und Computer bereits heute in der Freizeit nutzen, wird’s freuen. Medien und Informatik als obligatorisches Schulfach ist aber nur eine der Neuerungen. Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler künftig über alle Stufen – vom Kindergarten bis zur Sekundarschule – sogenannte digitale Anwendungskompetenzen erwerben. Der Unterricht wird sich in nächster Zeit grundlegend verändern.
Die Zürcher Schule wird zur digitalen Welt, NZZ, 18.11. von Rebekka Haefeli

Lernberichte und Checks als Konsequenz des Lehrplans 21

In seinem Beitrag «Wider den Leistungswahn»nimmt Bernhard Bonjour Stellung zu Katja Christs Artikel über Lernberichte undLeistungschecks. Viel Kritik an der Leistungsmessung ist bisher zur Sprache gekommen, nicht aber der Grund, warum schon in der ersten Schulzeit plötzlich ein solcher Vermessungseifer ausgebrochen ist. Dies soll hier nachgeholt werden.
Wieso diese umstrittenen Lernberichte? Basler Zeitung, 17.11. von Felix Schmutz

Basler sollen digitale Entwicklung nicht verschlafen

Informationen suchen im Internet, individuelles Lernen mit Lern-Apps, Hausaufgaben und Unterrichtsmaterial in einer Cloud zur Verfügung stellen – EVP-Grossrätin Annemarie Pfeifer fordert, dass Basler Schulen die Möglichkeiten der digitalen Technologien flächendeckend nutzen können. Dies sei zurzeit noch nicht möglich: «Ich habe mit mehreren Lehrern gesprochen. Es stehen beispielsweise oft zu wenig Tablets zur Verfügung, um intelligent damit unterrichten zu können», sagt Pfeifer, die befürchtet, dass die digitale Entwicklung von den Basler Schulen verschlafen werden könnte: «Die Schweiz hat nur Kopf und Hirn zu verkaufen. Wir müssen in diesen Bereichen weit vorne mit dabei sein, um konkurrenzfähig zu bleiben.»
Mehr Tablets für Unterricht gefordert, Basler Zeitung, 17.11. von Dina Sambar

16. November 2017

Arbeitsgruppe überdenkt Basler Lernberichte

Der Grünliberale David Wüest-Rudin will politisch gegen den Leistungsdruck an Basler Primarschulen vorgehen.

Grossrat will Kinder vom Leistungsdruck befreien, Tageswoche, 16.11. von Jeremias Schulthess

Solothurn schwankt bei Noten für Erstklässler

Zensuren gleich von Anfang an? Der Kanton hat die Noten für Schulstarter zuerst abgeschafft und dann wieder eingeführt. Nun könnte es erneut zu einer Wende kommen.
Zuerst abgeschafft, dann wieder eingeführt: Wie sinnvoll sind Schulnoten für Erstklässler? Solothurner Zeitung, 16.11. von Sven Altermatt

Zunehmende Psychiatrisierung der Kinder

Kinder sind verspielt, aktiv, haben Freundinnen und Freunde, lachen gern – und ja, sie dürfen auch kreischen und schreien. Doch das ist eine Wunschvorstellung. Die Realität ist eine andere – und auch die ist erst mal gar nicht negativ. Der deutsche Kinderpsychiater Michael Schulte-Markwort hat sie treffend beschrieben: «Kinder sind nicht nur glücklich, sie sind nachdenklich, fröhlich, verzweifelt – sind alles, was Erwachsene auch sind.» Dies zu akzeptieren, wäre schon einmal die halbe Miete im Umgang mit Kindern. Sie können auch mal traurig, niedergeschlagen, depressiv sein. Aber dann brauchen sie eine helfende Hand, eine liebende Mutter, einen fürsorglichen Vater oder gute Freunde.
Lasst Kinder Kinder sein, Tages Anzeiger, 15.11. von Matthias Meili

Zemp: "Lehrer sollen sich privatversichern"

Vielen Lehrerinnen und Lehrern ist das Risiko einer Schulreise mittlerweile zu gross. Für Beat Zemp (62), Präsident des Dachverbandes Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH), empfiehlt dem Lehrpersonal, sich gut zu versichern.
"Lehrer sollten sich privat versichern", Blick, 16.11. von Michael Sahli
Tödlicher Unfall auf der Schulreise: Zwei Lehrer stehen wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht, Aargauer Zeitung, 16.11. von Jörg Meier

15. November 2017

Nullrunde für Baselbieter Lehrer

Das Baselbieter Staatspersonal soll auch für 2018 keinen Teuerungsausgleich erhalten. Das hat die Regierung am Mittwoch dem Landrat beantragt. Sie begründet auch die neunte Nullrunde seit 2010 mit der Finanzlage des Kantons.
Neunte Nullrunde: Auch 2018 kein Teuerungsausgleich für Baselbieter Staatsangestellte, Basellandschaftliche Zeitung, 15.11.

Was macht eigentlich Oskar Freysinger?

Oskar Freysinger tauchte nach seiner Abwahl als Walliser Staatsrat ab. Jetzt ist er zurück – als Autor. Im «Talk Täglich» verrät er, wie schlecht es ihm in den Tagen nach der Abwahl ging, wie viel Rente er bezieht – und warum er nicht wieder als Lehrer arbeitet.