19. April 2018

Motion fordert Stopp der Mehrsprachigkeitsdidaktik

Mit der Einführung von Passepartout wurde die sogenannte Mehrsprachigkeitsdidaktik, auf der die Lehrmittel „Mille feuilles“, „Clin d’Oeil“ und „New World“ basieren, für obligatorisch erklärt. Die Passepartout-Verantwortlichen verboten alle anderen, bewährten Methoden und Lehrmittel. Die Methodenfreiheit, ein didaktischer und vor allen Lehrpersonen anerkannter Grundsatz unseres Bildungswesens, wurde auf einen Schlag faktisch massiv eingeschränkt.
Systematischer und aufbauender Fremdsprachenunterricht, Motion Regina Werthmüller, Kanton Baselland, 22.3.

Englisch-Evaluation in Graubünden

Sämtliche Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I brüteten letzten Sommer über Englischaufgaben. Die 2. Klassen der Real- und Sekundarschulen mussten englische Texte lesen, verstehen und selber schreiben. Sie unterhielten sich in Englisch und hatten Grammatikaufgaben zu lösen. Bei insgesamt 1497 Schülerinnenund Schülern im ganzen Kanton wurde nach rund vier Jahren Englischunterrichtgetestet, wie gut sie die Sprache können.
Yes! In Englisch bekommen Bündner Klasse eine Sechs, Südostschweiz, 19.4. von Ursina Straub

18. April 2018

Bündner Englischkenntnisse im Rahmen der anderen Kantone

Das Institut für Bildungsevaluation der Universität Zürich hat im Juni 2017 in allen 2. Klassen der Sekundarstufe I im Kanton Graubünden den Lernstand der Schülerinnen und Schüler im Fach Englisch erhoben. Der Schlussbericht dieser Lernstandserhebung mit den detaillierten Ergebnissen liegt nun vor. Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler erfüllt die Vorgaben des Lehrplans. 
Erfolgreicher Englischunterricht in Graubünden, Medienmitteilung Standeskanzlei Graubünden, 18.4.

Schulveranstaltungen sollen besucht werden müssen

Nach der Handschlagaffäre will die Landratskommission neben dem Unterricht auch Schulveranstaltungen als obligatorisch erklären. Auf eine Verfassungsänderung soll hingegen verzichtet werden.
Bildungsdirektorin Monica Gschwind wollte nach der Handschlag-Affäre ein Zeichen setzen. Bild: Monica Gschwind
Muslime sollen Schulveranstaltungen nicht schwänzen dürfen, Basler Zeitung, 18.4.

Neues Lernmodell in Appenzell Ausserrhoden

In Appenzell Ausserrhoden sinken die Schülerzahlen stetig. Was nun? Walzenhausen reagiert und führt für die Oberstufe ein altersdurchmischtes Schulmodell in Kombination mit einem Lernraum ein.
Neu gestalteter Lernraum in Walzenhausen, Bild: Iris Oberle
Schule neu gedacht, Appenzeller Zeitung, 18.4. von Iris Oberle

Haben wir noch eine öffentliche Schule?

Die Gründungsväter der liberalen Schweiz sahen in der Schule eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft. Um an der politischen Öffentlichkeit teilzunehmen, ist eine gute schulische Bildung unerlässlich. Insofern die Schule ihrerseits eine dieser gemeinsamen Angelegenheiten darstellt, ist es nicht der Staat, sondern die Öffentlichkeit, die über die Einrichtung und den Auftrag von Schulen befindet. Auch wenn wir zwischen staatlicher und öffentlicher Schule oft nicht unterscheiden, kommt der Unterscheidung für das politische System der Schweiz zentrale Bedeutung zu.
Aus dem zirkulären Begründungszusammenhang schulischer Bildung ergibt sich, dass deren Kern nicht in der Entfaltung einer privaten Innerlichkeit liegt, sondern in der Vorbereitung auf ein öffentliches Leben. Zwar ist schulische Bildung immer auch von persönlichem Nutzen, wozu auch der Erwerb von Kompetenzen für die Arbeitswelt gehört, in einer demokratischen Gesellschaft stellt sie jedoch in erster Linie ein öffentliches Gut dar. Daraus leitet sich die Legitimation eines liberalen Staates ab, den Erwerb eines Minimums an schulischer Bildung für verbindlich zu erklären.
Haben wir noch eine öffentliche Schule? NZZ, 18.4. von Walter Herzog

17. April 2018

Verschulter Kindergarten

Anna* zeichnet in ihr Tagebuch – einen Sorgenfresser, «hier, schau mal». Dann schreibt die Siebenjährige die Buchstaben des Tierchens sorgfältig daneben. Die vierjährige Leni* sitzt daneben und schaut Anna zu. Sie ist bereits fertig mit Zeichnen. Die Tagebucheinträge gehören zum Morgenritual, hier, in der Basisstufenklasse E 1 an der Primarschule Buchsee in Köniz. Anna und Leni sind zwei von 240 Kindern, die eine der zwölf Basisstufenklassen an der Primarschule Buchsee besuchen.
Damit liegt Köniz im Trend. Denn allein in der grössten Berner Agglomerationsgemeinde ist die Zahl der Basisstufenklassen seit der Einführung vor fünf Jahren um über die Hälfte angestiegen. Die Entwicklung ist überall im Kanton zu beobachten, im urbanen Raum ebenso wie auf dem Land. Die Zahl der Basisstufenklassen im Kanton Bern ist seit ihrer Einführung 2013 auf das Dreifache angestiegen.
Zuerst die Arbeit, dann das Spielen, Bund, 17.4. von Mireille Guggenbühler

16. April 2018

Buchtipp: Richard Münch

Schon bei Erscheinen des Buches 'Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey&Co.' im Jahr 2009 bestimmt Richard Münch das Spielfeld, auf dem der Kampf um die Bildung von heute ausgetragen wird. 
Das Buch gliedert sich in zwei Teile: 
1. Bildung unter dem Regime der Humankapital-Produktion 
2. Wissenschaft unter dem Regime des akademischen Kapitalismus
Das Buch spiegelt die Zustände in Deutschland, lohnt sich aber auch aus Schweizer Perspektive zu lesen. (uk)
"Die Bildung wird den nationalen Eliten (also den Lehrerverbänden, den Bildungspolitkern der Parteien und den Ministerialbeamten) von einer transnationalen Koalition aus Forschern, Managern und Unternehmensberatern aus der Hand gerissen." Richard Münch

"Den nationalen politischen Akteuren erscheinen die Spielregeln, nach denen die Macht verteilt und nach denen Entscheidungen mit kollektiv verbindlicher bzw. faktisch unausweichlicher Wirkung getroffen werden, als natürlich gegeben und deshalb als legitim." Richard Münch

Druck auf Gymnasium steigt

Der oberste Basler Rektor nimmt Stellung zur Zunahme der Zahl der Gymnasiasten, der Zwischenprüfungen und der verunsicherten Lehrer. Wenn im Sommer das neue Schuljahr startet, werden erstmals Sek-Schüler ans Gymnasium wechseln. Die Gymnasial-Quote dürfte dabei steigen und die Planungssicherheit sinken, was bei den Lehrern zu Verunsicherung führt
Ulrich Maier ist Leiter Mittelschulen und Berufsbildung im Basler Erziehungsdepartement, Bild: Juri Junkov
Oberster Rektor Maier: "Eine tiefere Gymi-Quote wird uns nicht gelingen", Basellandschaftliche Zeitung, 16.4. von Samuel Hufschmid

15. April 2018

Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika

Während uns Hiobsbotschaften vom US-Schuldesaster und landesweiten Lehrerstreiks erreichen (NZZ vom 15.4.2018), wird bei uns der Lehrplan 21 nach amerikanischem Vorbild bedenkenlos weiter eingeführt.
Lehrplan 21 und Schuldesaster in Amerika, 15.4. von Peter Aebersold

MIt Handschrift prägt sich Wissen besser ein

Seit Jahrhunderten schreiben wir mit der Hand. Smartphone und Computer machen das überflüssig. Manche warnen nun davor, dass Kinder sich schlechter entwickeln. Zu Recht?
Wir verlernen die Handschrift, Zeit, 14.4. von Lara Malberger

Unklare Übertrittsbedingungen in FMS

Jeweils im Frühjahr stehen für die Seklehrerinnen und -lehrer die Übertrittsgespräche an. Es geht darum abzuklären, ob sich Schüler für eine kantonale Mittelschule – darunter die Fachmittelschule (FMS) – anmelden können. Was den Übertritt an die FMS betrifft, sind zurzeit einige Zuger Oberstufenlehrer verunsichert. Gemäss kantonalen Vorgaben braucht man nämlich für die FMS einen Notenschnitt von 5,0. An den Info-Anlässen wird den Anwärtern allerdings kommuniziert, dass auch eine 4,7 oder eine 4,8 reichen würden. Das bringe Lehrer in schwierige Situationen, heisst es unter Pädagogen.
Ein Schreiben der Fachmittelschule verunsichert Lehrer, Luzerner Zeitung, 13.4. von Rahel Hug

"Tagesschulen sollten gratis sein"

Kinder müssen auch ausserhalb der Schulstunden gefördert werden, fordert die Erziehungswissenschafterin Marianne Schüpbach.
Wir brauchen Tagesschulen, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten, NZZaS, 15.4. von Regula Freuler

Spardruck führt zum Systemwechsel

Einmal mehr geht man vom Geld aus statt von der Pädagogik. Nicht neue Erkenntnisse führen zum Systemwechsel, sondern Spardruck. Zeitgeistig die Integration voranzutragen, ihr aber die notwendigen Mittel zu verweigern, das ist keine gute Bildungspolitik.
Geld regiert statt Pädagogik, Aargauer Zeitung, 14.4. von Hans Fahrländer

13. April 2018

Largo: "Wir müssen mutiger sein und nicht die ausgetrampelten Wege gehen"

Kinderarzt und Autor Remo Largo und Liedermacher Linard Bardill sprachen gestern Abend im Stadttheater über Bildung, Schule und Lernerfolge. Ernsthaft. Tiefgründig. Humorvoll. Diverse persönliche Erfahrungen inbegriffen. Und fast ohne zu politisieren oder über das heutige Schulsystem zu schimpfen.

Remo Largo zusammen mit Linard Bardill, Bild: GRHeute

Bündner Regierung befürchtet hohe Kosten bei Annahme der Lehrplan-Initiativen


Quelle: Bündner Tagblatt, 12.4. (zum Lesen bitte auf Artikel klicken).

Thurgauer Multiplikatoren

Der Kanton Thurgau setzt bei der Umsetzung des Lehrplans 21 auf Multiplikatoren. Das sind Lehrer, welche "die Team- und Unterrichtsentwicklung im Sinne einer internen fachlichen Professionalisierung unterstützen". Mit anderen Worten: Gehilfen des berüchtigten Thurgauer "Change Managements". Kritische Lehrer sollen exponiert und schliesslich stillgestellt werden. Damit die Mulitplikatoren das können, werden sie geschult, denn sie sollen "den Funken vor Ort zünden". Insgesamt 150 (!) Multiplikatoren werden also tätig und unterstützen die Verwaltung, die Schulpflegen und die Schulleitungen. Details zur Ausbildung sind hier ersichtlich:
http://www.schuletg.ch/multiplikatoren 

Ausser Spesen nichts gewesen

Fremdsprachen lernen, je früher desto besser, ist ein Mythos! Der Mythos entsteht durch die Tatsache, dass mehrsprachig aufwachsende Kinder eine Zweit-, ja selbst mehrere Sprachen intuitiv aufnehmen können. Dazu müssen jedoch drei Bedingungen erfüllt sein: 

1. Die Sprachen müssen im sozialen Umfeld dauernd und über lange Zeit gesprochen werden.
2. Sie müssen in möglichst verschiedenem, motivierendem Kontext und ohne Leistungsdruck vermittelt werden.
3. Die Kontaktpersonen müssen authentisch in ihrer Muttersprache (oder fast muttersprachlich) sprechen. 
Zu-früh-Fremdsprachen, Bündner Tagblatt, 11.4. von Marianne Manzanell

12. April 2018

Basel-Stadt ist Schlusslicht

Die Checks in den Nordwestschweizer Schulen bleiben umstritten. So plädieren etwa die Lehrkräfte und der VPOD in Basel für eine Abschaffung, während Gewerbekreise den Check in der zweiten Sek als hilfreiches Instrument bei der Berufswahl empfehlen. 2017 wurden die Schul-Checks in den Primarschulen und der zweiten Sek erstmals flächendeckend in allen vier Kantonen der Nordwestschweiz durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler in den Kantonen Baselland, Aargau und Solothurn erfüllten dabei die Leistungsanforderungen des Lehrplans 21 markant besser als ihre Alterskollegen in Basel-Stadt. Es zeigte sich, dass die Aargauer in Mathematik deutlich vorne liegen, während die Sprachkenntnisse ein heterogenes Bild vermitteln.
Checks bleiben umstritten, Basler Zeitung, 12.4. von Thomas Dähler

Regierungsmärchen Passepartout

In einer Medienmitteilung musste die Basler Regierung jüngst zu krassen Manipulationen greifen, um das Passepartout-Konzept zu verteidigen: 7000 Studien untermauerten die neue Fremdsprachendidaktik, hiess es da. Tatsächlich fanden die Autoren einer dänischen Studie unter 7114 Publikationen deren 43, die zum Thema Beginn des Fremdsprachenunterrichts brauchbare Aussagen machten, sich jedoch gar nicht mit der Art der Vermittlung (Lehrmittel, Methode) befassten. Falsch ist auch die Behauptung, 80 Prozent der Basler Lehrkräfte unterstützten die neue Didaktik. Von den Befragten gab es nämlich bloss 30 Prozent Rückmeldungen, wobei die Mehrheit eine Überarbeitung der Lehrmittel forderte. Dass es neben «Mille feuilles» und «New World» keine anderen Lehrmittel gebe, trifft ebenfalls nicht zu. Während die Lehrmittel hierzulande auf eine didaktische Extremposition getrimmt werden, bietet der internationale Markt längst Lehrwerke an, die den zeitgemässen Anforderungen besser genügen.
Basler Zeitung, 11.4. Leserbrief von Felix Schmutz

Bündner Regierung gegen Lehrplan-Mitbestimmungsinitiative

Im März 2017 wurde die Volksinitiative «Gute Schule Graubünden - Mitsprache bei wichtigen Bildungsfragen» eingereicht. Die unterzeichnenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger stellen das Begeheren, zwei Artikel in der Kantonsverfassung so abzuändern, dass wichtige, grundsätzliche Bildungsfragen durch das Gesetz oder den Grossen Rat zu regeln sind.
Regierung gegen Bildungsinitiativen, SRF Regional, 11.4.

Largo rechnet mit dem Fremdsprachenunterricht ab

Remo Largo, der 74-jährige Entwicklungsforscher und Autor von Bestsellern wie «Babyjahre» und «Das passende Leben»,wird am Donnerstag in Chur über das Wesen des Kindes und die Ansprüche der Gesellschaft sprechen. Dies tut er im Rahmen der Veranstaltung «Wer bestimmt den Lernerfolg? Kind. Schule. Gesellschaft» des Vereins Kulturkanton Graubünden. Im folgenden Interview äussert sich Largo zur Initiative «Nur eine Fremdsprache in der Primarschule». Diese wurde dem Stimmvolk kürzlich von der Bündner Regierung ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfohlen. Käme es zu einer Annahme, würde in den romanischund italienischsprachigen Regionen nur noch Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Englisch stünde in Deutschbünden auf dem Stundenplan. 
"Schickt die Kinder lieber in ein Ferienlager im Misox", Südostschweiz, 10.4. von Madleina Barandun

Wer zahlt die Tablets?

Digitale Medien werden für den Unterricht immer wichtiger. Im Zuge des Lehrplans 21 lernen schon Primarschüler den Umgang mit Computer oder Tablets. Entsprechend müssen die Schulen aufrüsten. Und die Eltern unter Umständen bezahlen.
"Wir können nicht jedem Schüler ein iPad kaufen", Blick, 10.4. von Helena Schmid
Stadt Zürich schenkt jedem Schüler ein Tablet, Blick, 12.4.

Aufnahmeprüfung hat klare Vorteile


Für den Bildungsökonomen Stefan Wolter hat die Aufnahmeprüfung klare Vorteile bei der Zulassung ins Gymnasium.
"Einfluss der Akademikereltern", Weltwoche, 4.4. von Katharina Fontana

11. April 2018

Schule von Morgen – Eine Frage des «Wie»!

Wir stecken mitten in einem Bildungswandel. Die «Digitalisierung» ist dabei omnipräsent. Alle wollen für unsere Jugendlichen die beste Schule. Doch statt am gemeinsamen Strick zu ziehen, ziehen alle in eine andere Richtung. Am Schluss müsste eigentlich die Frage lauten: Wie sieht denn die gute Schule von Morgen wirklich aus und wie erreichen wir dieses Ziel?
Schule von Morgen – Eine Frage des «Wie»!, 10.4. von Thomas Baer