16. Dezember 2017

Handy grundsätzlich ausgeschaltet

Cybermobbing ist auch an den Schulen im Kanton Zürich ein Thema. Mit unterschiedlichen Regeln versucht man die Schülerinnen und Schüler zu einem vernünftigen Umgang mit dem Mobiltelefon zu erziehen.
Wer mit dem Handy spielt, muss zum Putzdienst antreten, NZZ, 16.12. von Rebekka Haefeli

15. Dezember 2017

Schulpreisspuk sofort stoppen

Wiederum vernahm man, dass an einige Schulen sogenannte „Schulpreise“ vergeben wurden. Diese erst vor wenigen Jahren eingeführten Belohnungen bestehen aus grösseren Geldbeträgen, für die eine private Stiftung aufkommt. Wer nach den Hintergründen forscht, dem wird bald klar, dass die Fäden nach Deutschland führen, und dort findet man Verbindungen zu anderen Stiftungen und wirtschaftlichen Organisationen aller Art. Da drängen sich Fragen auf. Wie kann es sein, dass irgendwelche private Vereinigungen sich in unsere Volksschule einmischen dürfen, um verkünden zu können, was eine „gute“ Schule ist? Weshalb sind nicht längst Politiker eingeschritten und haben dieses anmassende Gebaren gestoppt? Warum lassen sich selbst pädagogische Kreise in naiver Art in das Gefüge einbinden, statt energisch zu opponieren?
Ambiente einer preisgekrönten Schule, Bild: Roman Weyeneth/Stücheli Architekten AG)
Schulpreise, 15.12. von Hans-Peter Köhli

Wie vergleichbar sind die neuen Thurgauer Zeugnisse?

In den vergangenen Wochen hat sich das Amt für Volksschule für die überhastete, ungenügend vorbereitete und durchgeführte Zeugniseinführung während der Sommerferienzeit mehrfach öffentlich entschuldigt. Inhaltlich bleiben noch einige Fragen offen, die es wert sind von verschiedener Seite einer breiten Diskussion zu unterstellen. Neben neuen Fächern, die ins Zeugnis aufgenommen wurden, verschwanden Geometrie und alle mündlichen Noten aus den Zeugnissen. Bei der Geometrie hat der Kanton bereits korrigiert und liess diesen Fachbereich im November im Zeugnisprogramm wieder als Einzelnote aufschalten. Erstaunlicherweise überlässt der Kanton es den Schulen, ob sie Sammelnoten setzen oder nicht. Die Schulen dürfen vor Ort entscheiden, ob sie z.B. für die Fächer Physik, Chemie, Biologie (Natur und Technik, NT), eine Sammelnote geben oder diese nach wie vor einzeln ausweisen möchten. Dasselbe gilt für die Bereiche „Gestalten" sowie „Räume und Zeiten". Dies führt dazu, dass benachbarte Schulen ganz unterschiedliche Zeugnisse ausstellen werden und die Zeugnisse innerhalb des Kantons kaum mehr vergleichbar sind.
Thurgauer Schulzeugnisse 2017/2018 - aussagekräftig und vergleichbar?, Interpellation von Urs Schrepfer u.a., 6.12.

Rechtschreibung im Aufsatz soll nicht mehr benotet werden

Beurteilung der Kompetenzen in den Sprachen (Lehrplan 21): Es ist wichtig, dass in den Sprachfächern bei der Beurteilung die einzelnen Kompetenzen nicht vermischt werden. Z.B. bei einem Aufsatz soll man "Schreiben" bewerten, welches ein Bestandteil (50%) von Deutsch schriftlich ist. Keinen Einfluss auf diese Note sollte die Rechtschreibung haben. Entweder benotet man die Rechtschreibung im Aufsatz nicht oder man macht eine separate Note, welche bei "Sprache im Fokus" eingetragen und verrechnet wird. Das gleiche gilt bei den Fremdsprachen. Auch da soll berücksichtigt werden, dass man die Kompetenzen in der Beurteilung nicht vermischt, sondern jede einzelne Kompetenz separat beurteilt. Z.B. besteht eine grosse Englischprüfung letztlich möglicherweise nicht aus einer Note sondern aus 3 Teilnoten "Schreiben", "Hören" und "Sprache im Fokus".

Amt für Volksschulen und Sport Kanton Schwyz, Newsletter Dezember 2017

Lehrplan-Moratorium ungültig?

Der Zürcher Regierungsrat will keinen Marschhalt bei der Einführung des Lehrplans 21. Der Kantonsrat soll eine entsprechende Einzelinitiative als ungültig erklären.
Zürcher Regierungsrat ist gegen Lehrplan-Moratorium, Landbote, 14.12.

Gegenvorschlag besser als Initiative

Die Starke Schule beider Basel begrüsst den einstimmigen Entscheid des Landrates, den Gegenvorschlag zur Initiative „Ja zu Lehrplänen mit klar definierten Stoffinhalten und Themen“ zu befürworten. Der Vorstand der Starken Schule beurteilt den Gegenvorschlag als bessere Lösung ein als die Initiative. Der Gegenvorschlag setzt wichtige Kernforderungen der Starken Schule um, welche nicht Gegenstand der Initiative sind:

1.     Die künftigen Lehrpläne der Volksschule enthalten ab Schuljahr 2018/19 klare definierte Stoffinhalte, Themen sowie Kompetenzbeschreibungen.
2.     Die Lehrpläne der Sekundarstufe I enthalten Jahresziele und sie sind differenziert auf die drei Leistungsniveaus A, E und P ausgerichtet. Zudem werden sie auf die weiterführenden Schulen (Berufsfachschulen, FMS, Gymnasium usw.) abgestimmt.
Starke Schule beider Basel, 14.12. Medienmitteilung

13. Dezember 2017

Baselbieter Lehrplan mit relevanten Stoffinhalten und Themen

Der Kanton Basel-Landschaft will den Lehrplan 21 einschliesslich seiner Kompetenzumschreibungen als Grundlage für einen Lehrplan Volksschule Baselland nutzen. Der Landrat hat am Mittwoch eine Änderung des Bildungsgesetzes einstimmig verabschiedet.
Landrat will Lehrplan mit Kompetenzumschreibungen, Basler Zeitung, 13.12.

Empfehlungen für den Französischunterricht mit dem Lehrmittel "Clin d'oeil" auf der Realstufe

Basierend auf Erkenntnissen aus der Literatur und der von S. Zbinden (2017) verfassten Masterarbeit "Leseverstehen mit altem und neuem Lehrmittel im Vergleich. Eine empirische Studie über das Verstehen von französischen Texten auf der Sekundarstufe 1" können für den Französischunterricht, insbesondere für die Förderung der Fertigkeit "Leseverstehen", folgende Empfehlungen zusammengefasst werden:
Empfehlungen für den Französischunterricht mit dem Lehrmittel "Clin d'oeil" auf der Realstufe, Dezember 2017, von Susanne Zbinden

12. Dezember 2017

Problemkreis Lesen: Abwarten statt handeln

Stunde der Wahrheit: Vergleichsstudien bescheinigen deutschen Grundschülern schlechtes Lesevermögen und mangelnde Schreibkenntnisse. Auch Schweizer Schulen sind gefordert.
Reformen statt Fortschritt, journal21.ch, 12.12. von Carl Bossard

Kritik wegen Kritik an Sparmassnahmen

Für die roten Tücher an den Schulhäusern müssen die beteiligten Berner Lehrer weiterhin Kritik einstecken. Der Verband Schulbehörden Kanton Bern wirft ihnen «symbolischen Aktivismus» vor, wie er in einem Communiqué vom Dienstag schreibt.
Schulbehörden kritisieren "Aktivismus" der Berner Lehrer, Berner Zeitung, 12.12.

Widerstand gegen Stundentafel der Erstklässler

Erstklässler müssen bald mehr in die Schule. Der Dietiker Bernhard Schmidt will das dem Kanton verbieten. Zu diesem Zweck soll eine kantonale Volksinitiative lanciert werden.
Mehr Unterricht für Erstklässler: Initiative soll Zusatzstunden verhindern, Limmattaler Zeitung, 12.12. von Leo Eiholzer

Luzern führt Hauswirtschaft wieder ein

Kaum eingeführt, rüttelt der Kantonsrat bereits am Lehrplan 21: Mit einer grossen Mehrheit führen die Kantonsräte in der 9. Klasse das Wahlpflichtfach Hauswirtschaftsunterricht wieder ein – trotz Mehrkosten.
Trotz Mehrkosten: Kantonsrat führt Hauswirtschaft wieder ein, Luzerner Zeitung, 11.12. von Evelyne Fischer

Systemwechsel ist ein Flop

Mit der Einführung des 6. Primarschuljahres auf Kosten der Sekundarschule geht die Leistungsschere der lernstarken und lernschwachen Primarschülerinnen und -schüler spürbar auseinander, zudem setzt die Pubertät ein. In derart heterogenen Klassen allen Kindern gerecht zu werden, ohne die Schwächsten zu überrollen und die Stärksten zu unterfordern, kommt einem Mehrfachspagat der Primarlehrpersonen gleich. Den Bildungsansprüchen jedes Einzelnen kann kaum mehr genügt werden – ein Bildungsabbau ist programmiert. Die Erfahrungen in den vergangenen zwei Jahren zeigen: Im 6. Primarschuljahr wird fachlich markant weniger behandelt, als dies früher im entsprechenden 1. Sekundarschuljahr der Fall war. Bildungspolitisch ist dieser Strukturwechsel ein Flopp. Finanziell hat sich die Sparübung nur für den Kanton gelohnt, indem er einen Viertel der Sekundarschulzeit durch entsprechend «günstigere» Primarlehrerlöhne ersetzen konnte. 
Nur die Wirtschaft hat Freude daran, Baselbieter Zeitung, 12.11. von Michael Pedrazzi

Gewerkschaft fordert mehr Unterstützung für integrative Schule

Wilde Kinder, ruhige Kinder, laute Kinder, stille Kinder, behinderte Kinder: Sie alle werden heute in derselben Schulklasse unterrichtet. Seit gut 13 Jahren ist das so oder spätestens seit 2010, seit beim Basler Beitritt zum Sonderpädagogik-Konkordat die Klein- und Sonderklassen Schritt für Schritt abgeschafft wurden.
Als das Erziehungsdepartement (ED) unter alt Regierungsrat Christoph Eymann (LDP) die Umsetzung der integrativen Schule ankündigte, beschlich die Lehrerschaft ein ungutes Gefühl. Die komplette Integration von verhaltensauffälligen Kindern werde einen Zusatzaufwand mit sich bringen, dem sie nicht gewachsen seien, prophezeite ein Teil der Pädagogen damals mit tatkräftiger Unterstützung des Verbands des Personals der öffentlichen Dienste (VPOD).
Das Leiden der Lehrer, Basler Zeitung, 12.11. von Serkan Abrecht

Mafiöse Strukturen hinter Passepartout?

Regierungsräte können sich gegenüber den Passepartout-Autoren der FHNW nicht durchsetzen?! Wem gegenüber sind diese Ideologen verantwortlich? Die Fakten liegen auf dem Tisch: Die miserablen Feedbacks der Lehrkräfte, der enorme Frust der Elternschaft, die desillusionierenden Resultate der Pfenninger-Studie, und mittlerweile ist auch die Überlegenheit der Schülerschaft belegt, die mit den alten Lehrbüchern Französisch lernte, gegenüber den Passepartout-Geschädigten.
Basler Zeitung, 12.11. Leserbrief von Felix Hoffmann

Basler BD mit wenig Einsicht

Den beiden BaZ-Artikeln zum Frühfranzösisch-Flop ist eigentlich nichts mehr beizufügen. Oder doch? Wo steht denn angesichts dieses Flops das Basler Erziehungsdepartement? Es hat noch einen draufgesetzt. In einem Schreiben an die Eltern wurde das neue Lehrmittel gelobt und dem bisherigen Französisch-Unterricht vorgeworfen, er habe aus dem Büffeln von Grammatik und dem Erlernen isolierter Wörter bestanden. Dabei haben sich der bisherige Lehrplan und das bisherige Lehrmittel «Bonne Chance» explizit Kommunikation und praktische Sprachverwendung zum Ziel gesetzt. Bemerkenswert ist, dass ein Arbeitgeber (ED) zur Vertuschung eigener Pannen seine Angestellten (Französisch-Lehrkräfte) in die Pfanne haut.
Basler Zeitung, 12.11. Leserbrief von Markus Burger 

11. Dezember 2017

Lehrerverband klagt wegen Pausenaufsicht im Kindergarten

Der St.Galler Lehrerverband reicht Klage gegen das kantonale Bildungsdepartement ein. Grund dafür ist die Pausenaufsicht im Kindergarten.

Streit um Pausenaufsicht in St.Galler Kindergarten, toponline.ch, 11.12.

Knill will keinen Kindergarten-Master

Der nationale Lehrerverband diskutiert, ob auch Primarschullehrer einen Master haben müssen. Thurgauer Lehrerinnen und Lehrer stehen diesem Ansinnen skeptisch gegenüber. Die Thurgauer Bildungsdirektorin Monika Knill plädiert für das heutige System.
In jeder Schulklasse einen Master, St. Galler Tagblatt, 11.12. von Sebastian Keller

Fachliche Lehramtsausbildung besser an der Universität

Seit einiger Zeit ist die jahrzehntelang ansteigende Welle der Neopädagogik am Abflachen. Das finnische Wallfahrtsziel der strenggläubigen Reformisten ist zum schnöden … Reformfall geworden. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen, auch sie durchreformiert und in den Klassierungen vom Besenwagen bedrängt, suchen nach Auswegen. Frankreich, nach einem Vierteljahrhundert verheerender Versuche am (immer weniger) lebenden Schulkörper hat nun einen Schwenk hin zur Vernunft vollzogen.
Bildung: Zurück zur Realität, Basellandschaftliche Zeitung, 11.12. von André Vanoncini

Mille feuilles missachtet Grundprinzipien des Lernens

Wie Thomas Dähler in seinem Beitrag «Frühfranzösisch-Flop wird korrigiert» festhält, sind die Ergebnisse nach sechs Jahren Fremdsprachenunterricht mit den Passepartout-Lehrmitteln «Mille feuilles», «Clin d’oeil» und «New World» enttäuschend. Nun sollen die Bände umgearbeitet werden, und anschliessend wird noch mehr Ergänzungsmaterial zur Verfügung stehen. Ob dies aber weiterhilft, ist fraglich. Warum?
«Mille feuilles» – Theorie gegen Vernunft, Basler Zeitung, 11.12. von Felix Schmutz

10. Dezember 2017

Bildungskapital als Antwort auf die Digitalisierung der Bildungsmärkte

In der Schweiz bestimmt immer noch die Herkunft über Bildungschancen. Ein radikaler Umbau der Finanzierung könnte das ändern, schreiben Anna Maria Koukal und Reiner Eichenberger.
Investiert in alle!, NZZaS, 26.11. von Anna Maria Koukal und Reiner Eichenberger

Falsche Dogmen und Steuerungsphantasien

Werden Lehrer irgendwann überflüssig sein? Verliert die Berufslehre an Stellenwert? Wird Bildung privatisiert? Drei grosse Entwicklungen prägen die Zukunft der Bildung. Doch nicht alle sind begrüssenswert, schreibt Claudia Wirz.
Schöne neue Bildungswelt, NZZaS, 26.11. von Claudia Wirz

9. Dezember 2017

Lehrer als Überwacher?

Eine Frage beschäftigt Karsten Jung noch immer: «Hätte ich es verhindern können?» Vor vier Jahren unterrichtete der Religionspädagoge an einem beruflichen Gymnasium in Süddeutschland einen jungen Mann namens Nadim. Ein gläubiger Muslim aus akademischem Elternhaus mit guten Noten. «Nadim war freundlich, interessiert und fragte oft nach», sagt Jung. Doch eines Tages war er plötzlich weg. Was erst ein Verdacht war, erhärtete sich kurz danach: Nadim, noch nicht volljährig, zog nach Syrien in den Dschihad.
Für den Deutschen Karsten Jung war das ein Schockerlebnis. «Es gab Hinweise, doch ich wusste nicht, wie ich damit umgehen sollte.» Er suchte nach Büchern und Ratgebern, wollte erfahren, was er hätte anders machen können. Gefunden hat er ... nichts. Also schrieb er selber ein Buch, das anderen Lehrern helfen soll. «Schüler radikalisieren sich nicht von heute auf morgen», sagt er. Das sei ein langwieriger Prozess, der bis zu 18 Monate dauern könne.
Terror-Kontrolle an Schulen? Südostschweiz, 9.12. von Yannick Nock

Weichenstellung für die Zukunft unserer Volksschule im 2018

2018 ist wieder Wahljahr. Ein wichtiges Thema, dass den Bürgern und KMU’s auf den Nägeln brennt, ist das kränkelnde Bildungswesen mit den 20% funktionalen Analphabeten bei den Schulabgängern (Pisa 2015). Bereits am 4. März 2018 können wir im Kanton Zürich über mehr Mitbestimmung in der Volksschule abstimmen, um zu verhindern, dass unsere bewährte Volksschule mit den unsinnigen Reformen an die Wand gefahren wird. Seit der Einführung des Lehrplans 21 häufen sich Reklamationen über die negativen Seiten der heute viel verbreiteten «modernen Unterrichtsformen». 
Weichenstellung für die Zukunft unserer Volksschule im 2018, 8.12. von Peter Aebersold

Winterthur schafft Niveaufächer ab

Keine Niveaufächer mehr: Die Zentralschulpflege Winterthur (ZSP) hat entschieden, die verschiedenen Anforderungsstufen in den Fächern Mathematik, Französisch und Englisch auf Sekundarstufe abzuschaffen. Der Beschluss gilt ab dem kommenden Schuljahr.
Winterthur wieder mit altem Sekundar-Unterricht, Toponline, 8.12.